Ein leeres Klassenzimmer © picture alliance / SvenSimon

Lehrerverbände fordern mehr Planungssicherheit für Schulen

Stand: 06.01.2021 21:02 Uhr

Für die meisten Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen geht es kommende Woche mit Homeschooling weiter. Pädagogen zeigen Verständnis für die Maßnahmen - aber sie fordern auch einen klaren Plan.

Die am Mittwoch von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover vorgestellten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie stoßen bei den Lehrerverbänden in Niedersachsen überwiegend auf Verständnis. Homeschooling und Wechselmodelle seien zwar für einen geordneten Unterricht nicht ideal, aber wenn alle sich einschränken müssen, könne man auch damit leben, sagte René Mounajed vom Schulleitungsverband Niedersachsen NDR 1 Niedersachsen.

Philologenverband trägt die Maßnahmen mit

Auch der Philologenverband unterstützt die Einschränkungen: Schulen seien keine Inseln, die mit dem Infektionsgeschehen nichts zu tun hätten, so der Verbandsvorsitzende Horst Audritz. Das Virus lasse sich nur eindämmen, indem Kontakte reduziert werden, und zwar auch an Schulen. Gemeinsam mit anderen Lehrerverbänden fordert der Philologenverband aber für das zweite Halbjahr eine bessere Planung: Wann die Schulen vom Lernen zu Hause in den Wechselunterricht oder in den Präsenzunterricht wechseln, müsse klar an die Inzidenzlage gekoppelt sein.

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Alle fordern eine schnelle Digitalisierung der Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, Schulschließungen seien keine Lösung. Schon längst hätte in eine bessere Schutzausrüstung der Schulen investiert werden müssen, um Präsenzunterricht zu ermöglichen. Ebenso wie der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) und andere Lehrerverbände fordert auch die GEW eine schnelle Digitalisierung von Schule. Der VNL mahnte, es müsse alles getan werden, damit Schüler beim Distanzlernen nicht auf der Strecke blieben.

Landesschülerrat fürchtet das "Damoklesschwert Corona"

Der Landesschülerrat Niedersachsen hält die vom Kultusminister vorgestellten Maßnahmen "für unangemessen hart". Dort fürchtet man, das Schülerinnen und Schüler durch Homeschooling langfristig abgehängt werden könnten. "Corona darf nicht zum Damoklesschwert ganzer Schullaufbahnen werden", mahnte Florian Reetz, der Vorsitzende des Landesschülerrates.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.01.2021 | 08:00 Uhr

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