Stand: 10.09.2020 16:25 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lehrer können sich auf Corona testen lassen

Eine Labor-Mitarbeiterin mit Coronavirus-Teströhrchen. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Rund elf Millionen Euro zahlt das Land für die Testungen der rund 100.000 Lehrer in Niedersachsen (Themenbild).

Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen haben es vorgemacht - nun können sich auch in Niedersachsen Lehrer und andere Schulbeschäftigte auf das Coronavirus testen lassen. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag angekündigt. Das Land zahlt pro Person zwei Tests bis zu den Herbstferien. Das Angebot richtet sich an die rund 100.000 Lehrer, Schulleiter und Sozialpädagogen des Landes. Städtische Mitarbeiter wie zum Beispiel Hausmeister oder Bürokräfte können sich nicht testen lassen. Die Schulen sollen dafür Listen mit Ärzten erhalten, die an dem Testprogramm teilnehmen und wo die Lehrer sich dann testen lassen können, berichtet NDR 1 Niedersachsen.

Elf Millionen Euro für die Tests

Für die Tests und Laborauswertungen stellt das Land rund elf Millionen Euro bereit. Das freiwillige Angebot sei ein weiterer Baustein zur Sicherheit und zum Sicherheitsempfinden der Schulbeschäftigten, sagte Tonne. Er sieht Vorteile in dem Angebot: Mit Hilfe der Tests der Bediensteten könne herausgefunden werden, ob es unentdeckte Corona-Ausbrüche an Schulen gebe, sagte der Minister. Zudem gehe es auch darum, dass Lehrkräfte mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen.

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Jeder Lehrer der will, kann sich testen lassen

Einschränkungen für den Test gibt es für die Lehrer nicht: Wer will, kann sich testen lassen. Die Lehrer müssen keine Symptome aufweisen, es muss auch keinen Anlass geben. Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KVN) lassen die Laborkapazitäten und das Patienten-Aufkommen in den Arztpraxen die Massentests der Lehrer gerade zu. Hintergrund sei, dass die große Welle der Reiserückkehrer, die sich kostenlos testen lassen konnten, vorbei sei. Wenn in den nächsten Monaten die Erkältungssaison richtig losgehe, werde die Testung von Menschen mit Symptomen aber wieder Vorrang haben müssen, sagte KVN-Hauptgeschäftsführer Thorsten Schmidt.

Kritik am Fehlen von Kita-Beschäftigten

Kritik an dem Angebot übt die Kirchengewerkschaft Niedersachsen (KGN) . Sie moniert, dass Kindertagesstätten nicht berücksichtigt worden seien. Die KGN verweist auf das Beispiel Nordrhein-Westfalen, wo sich auch Kita-Beschäftigte freiwillig alle 14 Tage testen lassen können. "Wir erwarten vom Land Niedersachsen, dass die Regelung aus NRW einfach übernommen wird", sagte KGN-Vorsitzender Werner Massow. Auch in anderen Berufsgruppen - etwa bei Pflegekräften - gibt es kein flächendeckendes Angebot.

Corona-Lage - zwei Wochen nach Schulstart

  • Laut Ministerium gibt es derzeit in Niedersachsen an knapp 50 Schulen im Land coronabedingte Einschränkungen.
  • 24 Schüler und 4 Lehrer seien bisher positiv getestet worden. Angesichts von landesweit mehr als einer Million Schüler sei dies eine geringe Zahl.
  • Eine Schule - das Artland Gymnasium Quakenbrück - musste bislang wegen Corona komplett geschlossen werden.
  • An 48 Schulen gibt es Klassen beziehungsweise Lerngruppen ohne Präsenzunterricht. In neun dieser Schulen wird jeweils ein ganzer Jahrgang zu Hause unterrichtet (Stand 10. September, 9 Uhr).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.09.2020 | 15:00 Uhr

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