Stand: 17.08.2018 19:18 Uhr

Lebensmittel: Viele Verstöße, wenig Schimmel

Nicht immer ist das, was draufsteht, auch wirklich drin: Manche Lebensmittel-Hersteller täuschen ihre Kunden. Das ist 2017 nicht anders gewesen als in den Jahren zuvor. Am Freitag hat Niedersachsens Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) den Verbraucherschutzbericht vorgestellt und den sogenannten Lebensmittelbetrug kritisiert. Verbraucher würden in einigen Fällen nicht korrekt informiert, zum Beispiel über die Frische und die Inhaltsstoffe von Produkten.

Bakterien und Co. so selten wie nie

Die entsprechenden Kontrollen hat das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) vorgenommen. Mehr als 62.000 Mal standen die Kontrolleure unangekündigt in niedersächsischen Supermärkten, Schlachthöfen, Eisdielen und Restaurants - und mehr als 31.000 Mal waren sie nicht zufrieden. Die gute Nachricht: Nur noch bei etwa jeder zehnten Probe fanden sie Bakterien, Viren oder Schimmel. So wenige Funde gab es laut LAVES noch nie.

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Täuschungsmethoden immer raffinierter

In den meisten Fällen, in denen Proben beanstandet wurden, waren Lebensmittel nicht richtig gekennzeichnet, wie LAVES-Präsident Eberhard Haunhorst erklärte. So werde zum Beispiel ein zusammengesetztes Stück Fleisch nicht als solches deklariert oder die Verwendung von Vanillearoma anstelle von Vanille im Eis nicht auf der Packung angegeben. Die Täuschungsmethoden würden immer raffinierter. Getestet haben die Behörden beispielsweise Thunfisch. Der kann mit Pflanzenextrakten so behandelt werden, dass er frischer aussieht, als er tatsächlich ist. Verstöße stellten die Kontrolleure landesweit auch in Kantinen fest, die qualitativ minderwertige Rinder-Rouladen und Cordon Bleus verkauft haben. Mehr als 700 Betriebe mussten im vergangenen Jahr ein Bußgeld zahlen, mehr als 150 Mal wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Viel zu viel Essen wird weggeworfen

Kritik äußerte Otte-Kinast aber auch an den Verbrauchern und deren Umgang mit Lebensmitteln. Dem Verbraucherschutzbericht zufolge landen mehr als 80 Kilogramm Essen pro Kopf und Jahr im Müll. Bis 2030 solle sich die Menge halbieren. Die Ministerin kündigte einen entsprechenden "Maßnahmenkatalog" an.

Ministerin: Große Skandale sind ausgeblieben

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Barbara Otte-Kinast (CDU) zeigte sich froh, dass große Skandale um gesundheitsgefährdende Nahrungsmittel ausgeblieben seien.

Otte-Kinast zeigte sich jedoch insgesamt zufrieden. "Im Rückblick auf das Jahr 2017 blieben Gott sei Dank weitreichende Skandale im gesundheitlichen Verbraucherschutz aus", sagte die Ministerin. Das gelte auch für den Fund des Insektengifts Fipronil in Eiern, bei dem durch effektive Zusammenarbeit der Behörden Schlimmeres habe verhindert werden können. Zudem habe sich die Afrikanische Schweinepest nicht in Niedersachsen ausgebreitet.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 17.08.2018 | 18:00 Uhr

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