Stand: 07.03.2018 14:53 Uhr

Landwirte klagen über Düngeverordnung

Die Düngeverordnung ist erdacht worden, um Gewässer zu schonen. Nach einer Novellierung müssen nun Landwirte seit Januar genau dokumentieren, welche Art Dünger sie wann auf welches Feld aufgebracht haben oder wo die in den Ställen anfallende Gülle gelandet ist. Rund 10.000 Bauern in Niedersachsen sind dazu verpflichtet. Und nach Angaben des Landvolks alles andere als glücklich über die neue Vorgabe. "Die Landwirte sind verunsichert", sagt die Sprecherin des Landvolks, Gabi von der Brelie, NDR.de. Die Bauern klagten über einen deutlich gestiegenen bürokratischen Aufwand, die Verordnung sei sehr kompliziert. Nach der neuen Verordnung genügen nämlich keine praxisüblichen Schätzungen oder Berechnungen mehr. Die Daten müssen exakt bilanziert und dokumentiert werden.

Schätzen reicht nicht mehr

Die neu gefasste Düngeverordnung ist eine Reaktion auf eine Klage der EU-Kommission, weil Deutschland gegen die EU-Nitratrichtlinie verstößt. Vor allem in den Regionen mit intensiver Tierhaltung ist das Grundwasser durch Gülle belastet. Die Grünen im Landtag beklagen allerdings, dass mit Hilfe der seit Herbst amtierenden rot-schwarzen Landesregierung der Bundesrat die Düngeverordnung verwässert hat. Der Landwirtschaftsausschuss befasste sich am Mittwoch in einer Anhörung mit der bisherigen Umsetzung der Düngeverordnung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.03.2018 | 08:00 Uhr

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