Stand: 02.12.2019 21:24 Uhr

Landwirte beklagen "Hagelschauer von Auflagen"

Mit Treckerdemos haben Landwirte in den vergangenen Wochen auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. (Archiv)

Seit Wochen setzen die Landwirte im Land auf klare Kante: Mit Treckerdemos im Norden und darüber hinaus machen sie ihren Unmut über die Agrarpolitik deutlich. Am Montag haben viele Landwirte bei der Jahresversammlung des niedersächsischen Landesbauernverbandes ihrem Ärger erneut Luft gemacht und die Auflagen aus der Politik kritisiert. Dabei wurden auch wieder die verschärften Düngeregeln genannt. "Wir haben das Gefühl, die Auflagen prasseln auf uns herab wie ein Hagelschauer", sagte Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke. Gerade die Düngeverordnung, die die Ausbringung von Gülle begrenzen und so das Grundwasser schützen soll, sei ohne Einbeziehung der Landwirte bestimmt worden, kritisierte er. Am Montagabend machten die Vertreter von 40 Bauernverbänden beim Agrargipfel im Kanzleramt gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich, dass sich die Landwirtschaft für die Bauern auch lohnen müsse. Die Kanzlerin zeigte Verständnis und versprach, die Landwirte künftig besser einzubinden.

Ein Fleischer, der seinem Kunden Fleisch verkauft.

Düngeverordnung: Meinungen gehen auseinander

Hallo Niedersachsen -

Biobauer Stolze aus der Nähe von Burgdorf findet die Protestaktion seiner Berufskollegen nicht gut. Sie sollten sich Umwelt- und Naturschutz nicht so vehement verweigern.

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Ministerin: Landwirte wissen nicht, was auf sie zukommt

Nach massivem Druck seitens der Europäischen Union hatte Niedersachsen vor rund zwei Wochen als letztes Bundesland eine neue Düngeverordnung beschlossen. Schulte to Brinke hat inzwischen rechtliche Schritte angekündigt. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), die selbst Landwirtin ist, hatte zuvor Verständnis für den Ärger der Bauern gezeigt: "Da ist nicht nur Wut, da ist auch Sorge und Existenzangst", sagte sie im Vorfeld. Die Landwirte wüssten nicht, was auf sie zukommt. Ein Beispiel: Schweinehaltung. Hier sei man seit zwei Jahren keinen Schritt weiter gekommen. "Die Landwirte haben eine große Bereitschaft in den Stallbau zu investieren", betonte die Ministerin. "Aber die rechtlichen Rahmenbedingungen sind nicht klar." Am Treffen konnte die Ministerin krankheitsbedingt selbst nicht teilnehmen. Sie wurde von Staatssekretär Rainer Beckedorf vertreten.

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Rund 37.000 Landwirtschaftsbetriebe in Niedersachsen

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer ist Niedersachsen Agrarland Nummer eins. Fast ein Viertel des gesamten bundesweiten Produktionswertes in der Landwirtschaft von 56 Milliarden Euro pro Jahr werden in dem Bundesland erzielt. Von den rund 37.000 Landwirtschaftsbetrieben in Niedersachsen werden rund 60 Prozent im Haupterwerb geführt.


02.12.2019 16:36 Uhr

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir berichtet, dass Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Treffen der Landwirte in Hannover teilnimmt. Dem war nicht so. Wir haben die entsprechende Passage im Text korrigiert.

 

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 02.12.2019 | 18:00 Uhr

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