Stand: 16.09.2019 16:31 Uhr

Landvolk-Chef wirft Bund Klima-Aktionismus vor

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Aus Sicht von Landvolk-Chef Schulte to Brinke gefährden die Klimapläne der Bundesregierung die Existenz vieler Landwirte.

Der niedersächsische Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke hat den Kurs der Bundesregierung in der Klimadebatte scharf kritisiert. Viele Landwirte könnten die aus ihrer Sicht nicht zu Ende gedachten Verordnungen und Gesetze nicht mehr verstehen oder umsetzen, sagte er. Schulte to Brinke sprach von politischem Aktionismus, der für die Agrarbranche schädlich sei. Mit ihren Gesetzentwürfen würden Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und ihre Agrarkollegin Julia Klöckner (CDU) die Landwirte zur Aufgabe ihrer Betriebe treiben. Am Freitag will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket zum Klimaschutz beschließen.

Schulte to Brinke vermisst Augenmaß

Die Politik lasse sich derzeit dermaßen von der "Fridays for Future"-Bewegung treiben, dass jedes Augenmaß für die Konsequenzen der beschlossenen Maßnahmen verloren gehe, beklagte Schulte to Brinke. Umwelt-, Tier-, Natur- und Wasserschutz seien wichtig, dürften aber nicht ein Ausmaß annehmen, das Landwirtschaft in Deutschland unmöglich mache. Der Landvolk-Chef kritisierte insbesondere die geplanten Einschränkungen beim Düngen von Äckern, die das Wachstum von Pflanzen und auch deren Beitrag zur Kohlendioxidspeicherung behinderten.

Offene Augen und Ohren für Sorgen der Landwirte gefordert

"Wir brauchen eine weitreichende Klimapolitik sowie offene Augen und Ohren für die Sorgen der Menschen, die von den Veränderungen betroffen sein werden", forderte Schulte to Brinke. Dazu gehörten auch die Landwirte. "Dann können wir die notwendigen, wichtigen Schritte gut mitgehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 16.09.2019 | 14:30 Uhr

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