Stand: 25.10.2019 19:51 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Landtag: Fraktionen verurteilen Quälerei in Labor

Nach den Tierquälerei-Vorwürfen gegen ein Versuchslabor in Mienenbüttel (Landkreis Harburg) haben sich die Fraktionen im Niedersächsischen Landtag parteiübergreifend für ein härteres Durchgreifen ausgesprochen. Die Grünen forderten in einem Antrag, das Versuchslabor zu schließen. Bei derartigen Verstößen sollten Firmen künftig nicht nur Bußgelder auferlegt werden, sondern auch Gewinne abgeschöpft werden, sagte die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte.

SPD sieht "Kontrollversagen"

Die anderen Fraktionen unterstützen ebenfalls ein härteres Durchgreifen bei Tierquälerei. "Es kann nicht sein, dass in Deutschland Tierversuche durchgeführt werden, die in anderen Ländern nicht zulässig sind", sagte die SPD-Abgeordnete Karin Logemann. Man habe es mit einem "Kontrollversagen" zu tun. Ihre Partei sprach sich ebenfalls dafür aus, dem Unternehmen die Lizenz zu entziehen, falls dies rechtlich möglich sein sollte.

Empörung auch bei FDP und CDU

Auch der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe forderte konsequentes Handeln: "Wir müssen alles tun, damit durch unabhängige Kontrollen ordentlich mit Mitgeschöpfen umgegangen wird." Ähnlich äußerte sich der CDU-Abgeordnete Christoph Eilers: "Jeder mitfühlende Mensch kann sich nur empören über den Umgang und über die Haltung der Tiere, an denen im Landkreis Harburg Versuche durchgeführt wurden." Die AfD-Abgeordnete Dana Guth kritisierte die anderen Fraktionen, insbesondere die Grünen. Die Missstände in dem Labor seien seit Jahren bekannt, ohne dass etwas passiert sei, beklagte sie.

Umweltausschuss berät über Maßnahmen

Konkrete Maßnahmen, die die zuständigen Behörden gegen Missstände in Versuchslaboren sofort umsetzen könnten, beschlossen die Abgeordneten am Freitag nicht. Zunächst soll sich der Umweltausschuss mit der Thematik befassen. Außerdem wollen die Fraktionen in den kommenden Monaten beraten, wie sich die Zahl der Tierversuche insgesamt verringern lässt. Im Gespräch sind unter anderem strengere Kontrollen und schärfere Vorschriften.

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Tausende demonstrieren gegen Tierversuchslabor

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Nachdem Tierschützer in einem Versuchslabor in Mienenbüttel bei Neu Wulmstorf verstörende Filmaufnahmen gemacht hatten, gingen über 7.000 Menschen in Neugraben auf die Straße. (19.10.2019) Video (03:04 min)

Offenbar Hunde und Affen misshandelt

Aus dem privaten Tierversuchslabor in Mienenbüttel waren heimlich aufgenommene Videos veröffentlicht worden, auf denen blutende Hunde und mit Metallringen fixierte Affen zu sehen sind. Die Staatsanwaltschaft Stade hat deshalb Ermittlungen eingeleitet. Das Veterinäramt des Landkreises Harburg werde dem Labor künftig umfangreiche Auflagen stellen und es deutlich engmaschiger kontrollieren, kündigte eine Kreissprecherin.

Weitere Informationen

Tierversuchslabor soll stärker kontrolliert werden

Nach Tierquälerei-Vorwürfen soll das Tierversuchslabor LPT im Landkreis Harburg verschärft kontrolliert werden. Missstände in der Tierhaltung wurden bislang nur teilweise behoben. (21.10.2019) mehr

Massiver Protest gegen Tierversuchslabor

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Tierschützer werfen einer Versuchsanstalt im Landkreis Harburg vor, Tiere misshandelt zu haben. Der Landkreis prüft heimlich aufgenommene Bilder und Videos. (15.10.2019) mehr

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Hallo Niedersachsen | 25.10.2019 | 19:30 Uhr

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