In Bewegungsunschärfe aufgenomme Szene in der Menschen eine Straße überqueren. © picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich Foto: Hauke-Christian Dittrich

Landkreistag mahnt: Auf vierte Corona-Welle vorbereiten

Stand: 18.06.2021 15:34 Uhr

Der Niedersächsische Städtetag mahnt: Corona sei noch nicht vorbei. Der Verband hat einen Zwölf-Punkte-Plan zur Katastrophen-Vorsorge erstellt. Innenminister Pistorius begrüßt dies.

"Jede Krise bedarf der zeitnahen Evaluation und bietet so die Chance zur Weiterentwicklung von Regelungen, Kapazitäten und Fähigkeiten, die der Bewältigung oder der Verhinderung einer künftigen Schadenslage dienen", sagte Boris Pistorius (SPD) am Freitag. Land und Kommunen arbeiteten eng mit den Akteuren des Katastrophenschutzes zusammen.

"Corona ist nicht vorbei"

"Corona ist nicht vorbei", hatte zuvor der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Hubert Meyer, bei der Vorstellung des Plans in Hannover gemahnt. Dieser Sommer müsse sehr viel stärker als der vergangene genutzt werden, um den Gesundheits- und Katastrophenschutz zu stärken und auf eine mögliche vierte Welle vorzubereiten. Zur Krisenvorsorge hat der NLT zwölf konkrete Vorschläge ausgearbeitet.

Klarheit für Impfzentren gefordert

Der NLT, der 36 Landkreise und die Region Hannover vertritt, fordert unter anderem Klarheit über die Zukunft der Impfzentren. Deren Finanzierung ist auf Bundesebene noch bis Ende September gesichert - was danach mit den Zentren passiert, ist derzeit unklar. "Falls diese geschlossen werden sollen, muss ein intelligenter Rückbau mit einem Stufenkonzept erfolgen, damit Material und Know-how nicht verloren gehen", sagte Meyer. Zudem kritisiert der NLT, dass derzeit viele Impfzentren tage- oder stundenweise leer seien, weil sie keinen Impfstoff haben, während gleichzeitig die impfenden Arztpraxen durch den hohen Patientenandrang und die zusätzlichen Termine hoch belastet seien.

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Kontaktnachverfolgung: Personalplanung schon jetzt angehen

Um auf ein möglicherweise wieder erhöhtes Infektionsgeschehen im Herbst schnell reagieren zu können, fordert der NLT zudem Pläne für den Einsatz von zusätzlichem Personal bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten. Auch im Bereich der Notfallkrankenhäuser und der Kurzzeitpflege müssen aus Sicht des NLT angesichts der Personalknappheit in der Pflege detaillierte, landesweite Vorplanungen beginnen. Außerdem empfiehlt der NLT allen Mitgliedern, das Sormas-System in den Gesundheitsämtern zu nutzen. Dafür sei es aber nötig, dass "die seit langem angekündigten Schnittstellen" zu anderen von den Gesundheitsämtern genutzten Systemen geschaffen werden.

Kritik an Kommunikation zwischen Land und Kommunen

Laut NLT-Geschäftsführer Joachim Schwind erreichen den Landkreistag viele kritische Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zur Krisenkommunikation zwischen Land und Kommunen - insbesondere auch zu den Corona-Verordnungen. Die Landkreise hätten kritisiert, dass sie die Informationen des Landes erst über Pressemitteilungen erhalten hätten, während die Erlasse und Anweisungen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht fertiggestellt gewesen seien. Der Niedersächsische Landkreistag schlägt dazu eine umfassende externe Evaluation vor.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.06.2021 | 14:00 Uhr

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