Stand: 05.02.2020 09:28 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Land will Standards bei Wohnungsbau senken

Ein Baugerüst steht vor einem Neubau. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Weniger Regeln: Landesregierung will Wohnungsbau ankurbeln. (Archivbild)

Wohnungen sind knapp und teuer - auch vielerorts in Niedersachsen. In Hannover, Oldenburg oder Lüneburg. Die Landesregierung will nun gegensteuern. Sie hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Wohnungsbau in Städten erleichtern soll, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Kein Spielplatz, kein Fahrstuhl

Für fünf Jahre sollen in Niedersachsen bestimmte Standards für neue Wohnungen nicht mehr gelten. Bei der Verdichtung von Baulücken, bei Neu- oder Umbauten in Städten soll die Pflicht, zusätzlich einen Spielplatz oder Auto-Stellplätze einzurichten, gelockert werden, hieß es aus dem Umweltministerium. Wenn Immobilienbesitzer ihre Häuser aufstocken oder das oberste Geschoss ausbauen wollen, soll dies nach dem Willen der Landesregierung künftig auch unbürokratischer möglich sein. So könnte etwa künftig auf den Einbau eines Fahrstuhls verzichtet werden.

Standards behindern Wohnungsbau

Die aktuellen rechtlichen Vorgaben seien zu kompliziert. Bauen werde dadurch zu teuer, sagte Niedersachsen Umwelt- und Bauminister Olaf Lies (SPD). Das habe oft verhindert, dass neue Wohnungen gebaut oder Gewerbeimmobilien umgebaut wurden. Dabei brauche Niedersachsen dringend mehr Wohnraum.

Kritik von Grünen

Die FDP-Fraktion begrüßte den Vorschlag der Landesregierung. Er hätte aber früher kommen müssen, hieß es. Standards abzusenken ist für die Grünen hingegen nicht der richtige Weg. Vielmehr sollte das Land selbst preisgünstige Wohnungen bauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.02.2020 | 08:00 Uhr

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