Deutschunterricht für Erwachsene. © picture alliance / ZB Foto: Waltraud Grubitzsch

Land will Migrationsberatung kürzen - und stößt auf Kritik

Stand: 08.09.2021 19:20 Uhr

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen kritisiert die von der Landesregierung geplanten Einsparungen bei der Integrationsarbeit. Der Verein fürchtet, dass über Jahre aufgebaute Strukturen zerstört werden.

Anlass für die Kritik ist der Entwurf für den Doppelhaushalt des Landes für die Jahre 2022/23. Aus ihm geht hervor, dass die Gelder für die Migrationsberatung im nächsten Jahr auf 6,7 Millionen Euro gekürzt werden sollen. In diesem Jahr zahlt das Land noch 10 Millionen Euro. Für 2023 sind im Haushaltsentwurf sogar nur noch 5,3 Millionen Euro vorgesehen. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen und weitere Verbände sprechen von einem fatalen Signal. Jede zweite der 200 Vollzeitstellen in dem Bereich sei damit bedroht. Zusätzlich werde die Arbeit Hunderter Ehrenamtlicher erschwert oder unmöglich gemacht, so die Kritik.

Corona hat Lage von Migranten verschlechtert

Der Verein kargah aus Hannover geht davon aus, dass er mit seiner Arbeit allein in der Landeshauptstadt rund 80 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund erreicht. Die Corona-Pandemie habe die Not vieler Menschen verstärkt und die Nachfrage nach Hilfsangeboten - etwa für Schulkinder - eher erhöht, so eine Sprecherin. Die Landesregierung begründet die Kürzungspläne mit einer gesunkenen Zahl an Schutzsuchenden in Deutschland seit 2015. Außerdem habe der Bund Zuschüsse gestrichen und das Land könne das nicht kompensieren - gerade vor dem Hintergrund der Ausgaben in der Corona-Pandemie.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.09.2021 | 14:00 Uhr

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