Stand: 24.07.2020 14:45 Uhr

Land nimmt acht Geflüchtete aus Griechenland auf

Auf dem Flughafen Kassel-Calden werden Geflüchtete aus den griechischen Lagern in Busse gebracht, im Hintergrund ist das Heck eines Passagierflugzeugs zu sehen. © dpa/picture-alliance Foto: Swen Pförtner
Am Freitag sind 83 Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern auf dem Flughafen Kassel-Calden gelandet. Niedersachsen nimmt acht von ihnen auf.

Niedersachsen nimmt 64 weitere Geflüchtete aus griechischen Flüchtlingscamps auf. Im Fokus stünden behandlungsbedürftige Kinder und ihre Familien. Am Freitag ist eine Maschine mit 83 Menschen in Kassel (Hessen) gelandet. Acht von ihnen, eine palästinensische Familie, werde in Niedersachsen betreut, hieß es aus dem Innenministerium. "Ich bin froh und erleichtert, dass wir heute weitere Kinder aus den unhaltbaren Zuständen der griechischen Lager nach Deutschland in Sicherheit bringen können", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD).

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Initiative kam von Pistorius

Innenminister Pistorius hatte vergangenen Herbst das Flüchtlingslager auf Lesbos besucht und eine Initiative zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Kinder gestartet. Im April waren die ersten 47 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen nach Niedersachsen gekommen. Nach einer zweiwöchigen Quarantäne im Landkreis Osnabrück waren sie auf andere Bundesländer und aufnahmebereite Kommunen in Niedersachsen verteilt worden.

Alle Bundesländer machen mit

Deutschland will gemäß einer Entscheidung der Bundesregierung nun 243 behandlungsbedürftige Kinder und ihre engsten Familienangehörigen - rund 930 Menschen - von den griechischen Inseln aufnehmen. Bei der Verteilung sind alle Bundesländer involviert, die Anzahl der aufzunehmenden Personen orientiert sich an einem Länderschlüssel. "Ordnung und Humanität gehören für mich in der Migrationspolitik eng zusammen", erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Gleichzeitig zeigen wir Solidarität gegenüber Griechenland."

Organisationen fordern mehr Engagement

Kinderhilfs-, kirchliche und Flüchtlingsorganisationen forderten mehr Engagement von der Bundesregierung. Maria Loheide vom Vorstand der Diakonie Deutschland erklärte, angesichts von 40.000 Geflüchteten auf den griechischen Inseln, darunter rund 6.000 unbegleiteten Minderjährigen, müsse Deutschland mehr Menschen aufnehmen. Kapazitäten seien da - und die von den Ländern auf der Innenministerkonferenz zugesagten 2.000 Plätze würden nicht vollständig genutzt. Das Kinderhilfswerk Unicef erklärte, die Kinder hätten in Deutschland die Chance auf einen Neuanfang, doch könnten viele weitere besonders schutzbedürftige Kinder der katastrophalen Situation auf den Inseln nicht entrinnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.07.2020 | 13:00 Uhr

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