Stand: 16.07.2020 21:34 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Land kündigt Systemwechsel in Fleischindustrie an

Schweinehälften werden in einem industriellen Fleischbetrieb verarbeitet. © NDR
Die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Schlachtindustrie sollen sich bessern (Themenbild).

Niedersachsens Landesregierung will die Beseitigung von Missständen in der Fleischindustrie nicht allein dem Bund überlassen. Ein "Weiter so" in den Schlachthöfen könne es nicht geben, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach einem weiteren "Runden Tisch Fleischwirtschaft" und bekräftigte damit frühere Angaben. In einer gemeinsamen Mitteilung kündigten mehrere Ministerien eigene Vorschläge für einen Systemwechsel in der Fleischproduktion an. Die gesamte Wertschöpfungskette Fleisch - von der Tierhaltung bis zur Fleischverarbeitung - müsse in Niedersachsen in den Blick genommen werden, hieß es.

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Fleischwirtschaft für neuen Tarifvertrag

So will das Land im Hinblick auf das Corona-Infektionsgeschehen in den Schlachthöfen eingreifen: Die aktuelle Fassung der Corona-Verordnung soll entsprechend angepasst werden, um Betriebe der Fleischwirtschaft zu verpflichten, die Kontaktdaten ihrer Werkvertragsbeschäftigten zu dokumentieren. So könne eine mögliche Ausbreitung des Virus effektiver eingegrenzt werden, hieß es. Aus der Fleischwirtschaft habe es zudem das Angebot gegeben, neben einem Verzicht auf Werkverträge durch einen neuen Tarifvertrag zu einer Verbesserung beitragen zu wollen. Grundlage dafür sei aber die Rückkehr der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch, hieß es.

An der Videokonferenz nahmen neben Althusmann noch Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), Sozialministerin Carola Reimann und Umweltminister Olaf Lies (beide SPD) sowie Vertreter von Kommunen, der Berufsgenossenschaft und der Schlachtindustrie teil.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.07.2020 | 15:00 Uhr

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