Stand: 28.01.2020 11:12 Uhr

Land geht gegen Leseschwäche vor

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen, spricht im Landtag in Hannover. © dpa-bildfunk Foto: Holger Hollemann
Schüler sollen flüssig lesen und das Gelesene verstehen können, sagte Kulturminister Tonne. (Archivbild)

Mit dem Programm "Lesen macht stark" will das niedersächsische Kultusministerium Leseschwäche bei Schülern bekämpfen. Das teilte das Ministerium am Dienstag mit. Im ersten Aufschlag nehmen demnach 86 Grund- und 70 weiterführende Schulen teil. Weitere sollen folgen. Ab Februar werden Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Schulen den Angaben zufolge zu "Lesecoaches" ausgebildet. Vom Sommer an sollen Schüler dann Materialien erhalten, mit denen das Lesen verstärkt geübt wird. Die teilnehmenden Schulen und Lehrkräfte sollen an anderer Stelle entlastet werden, kündigte das Ministerium an.

Kinder nach individuellen Bedürfnissen fördern

Ziel des Programms sei es, Schwierigkeiten von Kindern früh zu erkennen und daraus individuelle Fördervorschläge zur Verbesserung des Lesens und der Rechtschreibung abzuleiten. "Es geht darum, dass sich Schülerinnen und Schüler zu flüssigen Leserinnen und Lesern entwickeln und die Inhalte von Texten gut verstehen und reflektieren können", sagte Minister Grant Hendrik Tonne (SPD). "Dieses Programm ist kein Allheilmittel, sondern eine sinnvolle Ergänzung", so Tonne weiter. Es könne im laufenden Unterricht angewandt werden, ohne dass leseschwache Kinder von der Klasse separiert werden müssten. Es könne auch Kindern von Migranten beim Lernen der deutschen Sprache helfen. Regelmäßige Tests sollen die Fortschritte überprüfen. Das Programm läuft zunächst drei Jahre.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.01.2020 | 11:00 Uhr

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