Stand: 19.10.2018 19:23 Uhr

Land: Genügend Grippe-Impfstoff vorhanden

Erst zu Beginn dieser Woche hatte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) an die Menschen appelliert, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Doch gibt es nun einen Lieferengpass beim Grippe-Impfstoff oder nicht? Der Niedersächsische Hausärzteverband hatte genau davor gewarnt. Nun kommt allerdings Widerspruch aus dem Landesgesundheitsamt: "Uns sind derartige Probleme nicht bekannt", sagte Amtspräsident Matthias Pulz NDR.de. Es werde genügend Impfstoff produziert. Bei den Meldungen des Hausärztverbandes könne es sich nur um Einzelfälle handeln.

Weitere Fälle gemeldet

Neben dem Hausärzteverband hat auch ein Pharma-Großhändler gegenüber dem NDR Fernsehmagazin Hallo Niedersachsen bestätigt, dass die Impfstoffe aller drei großen Hersteller knapp seien. Der Osnabrücker Hausarzt Uwe Lankenfeld sagte zu NDR 1 Niedersachsen, dass die Patienten bereits seit mehreren Wochen nach dem Impfstoff fragten. Erst vergangene Woche sei er geliefert worden. Für ihn sei es vollkommen unverständlich, woher dieser Lieferengpass komme, so Lankenfeld.

Gesundheitsamt: Impfen auch später noch möglich

Alles halb so wild, heißt es vom Landesgesundheitsamt: Selbst wenn Ärzte den Impftermin verschieben müssten, sei noch genügend Zeit, um einen neuen Termin zu machen und sich die Spritze später verabreichen zu lassen. Selbst im November könnten Patienten noch gut geimpft werden, so Präsident Pulz. Die Grippewelle nehme meist im Dezember an Fahrt auf. Das Gesundheitsministerium in Hannover erklärte, man werde sich die Situation genau anschauen. Sollte es Engpässe geben, könne aus anderen Regionen Impfstoff nachgeholt werden, sagte ein Sprecher.

Verband: Pharma-Industrie hält sich nicht an Absprachen

Und der Grund für etwaige Engpässe? Nach Ansicht von Matthias Berndt vom Hausärzteverband wollen die Hersteller Lagerkosten sparen und so Gewinne maximieren. Er spricht von einer Just-in-time-Produktion der Unternehmen. Der Verband erlebe das auch bei vielen anderen Impfstoffen. So seien im vergangenen Jahr Impfstoffe gegen Gelbfieber über Monate knapp gewesen. Auch der Landesapothekerverband berichtet von Lieferengpässen. Vorstandsmitglied Mathias Grau beobachtet, dass Kollegen unterschiedlich von Großhändlern behandelt würden. Wer viel auf Vorrat bestellt, bekomme auch schneller etwas nachgeliefert. Das sei gegen Absprachen zwischen Krankenkassen und Pharma-Industrie und gehe letztlich auf Kosten der Versicherten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.10.2018 | 08:00 Uhr

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