Stand: 25.04.2020 15:54 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Läden geöffnet: Handel zieht erste positive Bilanz

Nach den Corona-Lockerungen sind die ersten Kunden wieder in Niedersachsens Innenstädte gekommen. (Themenbild)

Unter Niedersachsens Händlern hat sich nach der ersten Woche der Corona-Lockerungen ein Hauch Optimismus breit gemacht. Doch auch wenn kleinere Geschäfte seit Montag wieder öffnen dürfen, sind die Händler und Innenstädte noch weit von der Normalität aus Vor-Corona-Zeiten entfernt. Dennoch fällt die Bilanz nach der ersten Woche in vielen Städten positiv aus. "Das Gros der Betriebe hat auf, viele haben die Chance genutzt", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack.

Oldenburg: Händler versuchen Andrang zu verhindern

In Oldenburg waren die Haupteinkaufsstraßen in dieser Woche gut frequentiert. "Die Einzelhändler tun alles, damit sich die Kunden gut und sicher fühlen", sagte die Geschäftsführerin beim City-Management Oldenburg, Friederike Töbelmann. Viele Händler stünden jedoch vor einem Spagat. Auf der einen Seite brauchten sie Kunden, auf der anderen Seite müssten sie einen Andrang vermeiden. Um dies miteinander zu vereinbaren, gingen die Händler unterschiedliche Wege. So würden einige Läden etwa unterschiedliche Türen für den Ein- und Ausgang nutzen.

Göttingen: "Passanten werden zunehmend sorglos"

Auch in Göttingen sind nach Angaben der Geschäftsführerin des Göttinger Einzelhandelsverbands "Pro City", Friederike Breyer, in dieser Woche Menschen in der Stadt unterwegs gewesen. Es werde auch wieder mehr Umsatz gemacht. "Der liegt allerdings deutlich unter dem Umsatz, der vor der Schließung erzielt wurde", sagte Breyer. Im Laufe der Woche habe man allerdings bei einem Teil der Passanten eine zunehmende Sorglosigkeit beobachten können. Dies hätten auch andere Städte berichtet, so Breyer.

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Lüneburg: Härtefallfonds für Unternehmen

Disziplinierter geht es offenbar in Lüneburg zu. "Die Sicherheitsvorschriften werden groß geschrieben, die Abstandsregeln nach meinem Eindruck durchgehend eingehalten", sagte Heiko Meyer, Chef des Lüneburger Citymanagements. In Lüneburg gebe es noch sehr viele kleinere und vom Inhaber geführte Geschäfte. "Alle freuen sich, dass sie wieder Umsatz machen, auch wenn es weniger ist als sonst", sagte Meyer. Er geht davon aus, dass in dieser Woche rund 80 Prozent der Geschäfte geöffnet waren. Für den lokalen Handel und die Gastronomie legt die Stadt einen Härtefallfonds auf. Ortsansässige Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten können daraus laut Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) einen einmaligen Zuschuss als Starthilfe erhalten.

Andrang auch am Sonnabend überschaubar

Der Handelsverband Niedersachsen-Bremen geht davon aus, dass derzeit vor allem Kleidungsgeschäfte von der Öffnung profitieren. Bei dem guten Wetter sei sicherlich vor allem Sommermode gefragt, sagte Krack. Wären die Lockerungen erst deutlich später gekommen, wären sie laut Krack wohl auf ihrer Saisonware sitzen geblieben. Einen Andrang in den Innenstädten wie an Sonnabenden in Zeiten vor Corona üblich, gab es an diesem Wochenende laut Handelsverbands-Geschäftsführer Krack nicht. Er selbst habe sich einen Eindruck in Hannover verschafft. Auch in anderen Städten seien nur 40 bis 70 Prozent der Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterwegs gewesen.

Polizei: Kunden halten sich an Regeln

Die Kunden hätten sich zudem überwiegend an die aktuellen Auflagen gehalten, sagte Krack. So bewertete es auch die Polizei. Es sei sehr ruhig und der Ansturm halte sich in Grenzen, sagte ein Polizeisprecher aus Hannover. Auch in Braunschweig halten sich die Menschen einem Polizei-Sprecher zufolge an die Regeln. Dort müssen die Menschen seit diesem Sonnabend beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nase-Schutz tragen. Ab Montag gilt dies in ganz Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.04.2020 | 15:00 Uhr

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