Stand: 21.04.2020 20:40 Uhr

Kultusministerium hält an Abitur-Terminen fest

Abiturienten schreiben eine Abiturprüfung. © dpa-Bildfunk Foto: Armin Weigel
Die Prüfungen für die niedersächsischen Abiturienten beginnen am 11. Mai. (Themenbild)

Das Kultusministerium lehnt es ab, Prüfungen zum Abitur doch noch abzusagen. Der Schulleiterverband hatte dies mit Verweis auf die Gesundheitsrisiken gefordert. Die Prüfungen seien zwar anders als sonst, aber möglich, sagte ein Ministeriumssprecher zu NDR 1 Niedersachsen. Durch die um drei Wochen späteren Termine hätten die Schulen und Schüler genug Zeit, sich vorzubereiten. Es sei wichtig, den Schülern vollwertige Abschlüsse anzubieten, so der Sprecher. Zudem würde in anderen Bundesländern bereits das Abitur geschrieben.

VIDEO: Schulleiter fordern Absage von Abschlussprüfungen (3 Min)

Schulleiter warnen vor "unabsehbaren Folgen"

Der Schulleitungsverband Niedersachsen hatte sich angesichts der Corona-Krise dafür ausgesprochen, die Abitur-Prüfungen entfallen zu lassen. Sie durchzudrücken, sei ein Fehler, heißt es. Sollte das Abi wie geplant ab dem 11. Mai geschrieben werden, könnte dies "unabsehbare Folgen" haben. Ebenso sei es falsch, an Abschlussprüfungen für Haupt-, Real- und Oberschüler festzuhalten. Das Abi sollte nach Ansicht des Verbands freiwillig sein - für all diejenigen, die ihren Schnitt noch verbessern müssen oder wollen, andernfalls genüge für das Zeugnis die Durchschnittsnote.

Müssen Mitschüler bei Corona-Nachweis in Quarantäne?

Die Lehrer müssen laut Verband abfragen, ob alle Schüler beim Klausurtermin gesund sind. Aber was solle geschehen, wenn bei Schülern im Nachhinein eine Infektion festgestellt wird? Müssen dann alle Mitschüler in Quarantäne? Die Schulleiter sehen noch mehr Unsicherheiten: Was sei zu tun, wenn während einer Klausur Corona-Symptome wie Husten auftreten? Außerdem fürchten Schulen Personal-Engpässe, weil Lehrer zur Risikogruppe gehören oder Sonderurlaub beantragen, um ihre Kinder zu betreuen. Darüber hinaus seien faire Prüfungen angesichts der aktuellen Lage kaum machbar.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 21.04.2020 | 19:30 Uhr

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