Stand: 26.03.2019 20:55 Uhr

Kultusminister will Inklusion an Schulen stärken

In Niedersachsen werde noch zu wenig für die Inklusion an Schulen getan, sagen Verbände. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) verspricht angesichts praktischer Probleme weitere Hilfen. (Themenbild)

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat anlässlich des zehnten Jahrestages der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) einer "Rückabwicklung der Inklusion" eine Absage erteilt. Der gemeinsame Unterricht für Kinder mit und ohne Unterstützungsbedarf dürfe nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Das sagte Tonne am Dienstag in Hannover. Er will die Inklusion an den Schulen im Land weiter voranbringen. Er stellte in Aussicht Probleme bei der praktischen Umsetzung der Inklusion für Schulen, Lehrer und Schüler zu beseitigen.

Zusammenarbeit soll gestärkt werden

So soll es bereits zum nächsten Schuljahr möglich sein, Förderschullehrkräfte an allen Schulformen der allgemeinbildenden Schule anzustellen. Auch könnten Förderschullehrer künftig an andere Schulen als Förderschulen versetzt werden. Damit solle die multiprofessionelle Zusammenarbeit gestärkt werden, betonte der Minister. Zudem solle ein Konzept erarbeitet werden, das Lehrer und Schülern helfe, Problemen zu begegnen, die von Schülern mit Unterstützungsbedarf erzeugt würden. Das stelle eine hohe Belastung dar, deshalb arbeite man mit Priorität an einem Konzept.

Durchwachsene Bilanz

Derzeit fehlen an den Schulen beispielsweise Schulbegleiter, die Kindern mit Unterstützungsbedarf gezielt helfen können, beispielsweise um besser in den Klassen integriert zu werden. Denn Lehrer haben selten genug Zeit, allen Kindern gerecht zu werden. Die Bilanz fällt deshalb durchwachsen aus. Der Sozialverband in Niedersachsen kritisiert, dass die Politik die Inklusion an Schulen jahrelang verschlafen habe. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Nachholbedarf. Langsam und schleppend sei die Inklusion bisher verlaufen, sagte ein Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Man brauche mehr Hilfe. Der Kultusminister räumte ein, dass die Inklusion noch nicht überall ein Erfolgsmodell sei.

Rund 28.000 Schüler mit Unterstützungsbedarf an Regelschulen

Nach Angaben des Kultusministeriums werden derzeit in den Jahrgängen eins bis neun rund 28.000 Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 26.03.2019 | 18:00 Uhr

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