Das Karl-Marx Denkmal in Chemnitz © picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jan Woitas

Kulturhauptstadt 2025: Niedersachsen gratuliert Chemnitz

Stand: 28.10.2020 14:55 Uhr

Beim Wettbewerb um die "Kulturhauptstadt Europas 2025" konnte es nur einen Gewinner geben - und der heißt Chemnitz. Hannover und Hildesheim kommen nicht zum Zug.

"Natürlich sind wir Niedersachsen gute Verlierer und gratulieren der Stadt Chemnitz ganz herzlich zu ihrer erfolgreichen Bewerbung", schrieb Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler (CDU) in einer Mitteilung. Er bedaure dennoch sehr, dass die niedersächsischen Bewerberstädte den Zuschlag nicht bekommen haben. Beide Städte hätten sich großartig präsentiert, stark engagiert und hätten tolle Ideen entwickelt. Der Wettbewerb und die Aufnahme in die letzte Runde hätten deutlich gemacht, dass Hannover und Hildesheim über ein "sehr hohes kreatives und kulturelles Niveau" verfügen, so Thümler. "Ich bin mir sicher, dass beide Städte so auch ohne den Titel neue Akzente setzen können."

VIDEO: Statt Hildesheim oder Hannover: Chemnitz ist Kulturhauptstadt (3 Min)

Slowenien stellt die Partnerstadt

Auch Magdeburg und Nürnberg hatten die erste Auswahlrunde erfolgreich überstanden und sich Hoffnung auf den Titel gemacht. Jetzt muss die Empfehlung der Jury noch von Bund und Ländern in eine formelle Ernennung umgewandelt werden. Die Partnerstadt im Jahr 2025 stellt Slowenien. Dort soll die Entscheidung im Dezember verkündet werden.

Wegen Corona alles digital

Ursprünglich hatten sich auch noch Dresden, Gera und Zittau beworben, die aber in der ersten Runde im Dezember 2019 ausgeschieden waren. Alle Bewerber-Städte hatten jahrelang Ideen gewälzt, Programme aufgestellt und Bewerbungen geschrieben. Die nach dem ersten Durchlauf übrig gebliebenen fünf Kandidaten hatten Bewerbungsbücher eingereicht, es gab digitale Stadtbesuche und am 26. und 27. Oktober die finalen digitalen Präsentationen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Auswahlverfahren in den virtuellen Raum verlegt werden.

"Ohne Kultur keine Gemeinschaft"

"Echte Kreativität kann sich jedes Medium zu Nutze machen und auch die Herzen der Menschen über räumliche Entfernung hinweg erreicht", sagte Markus Hilgert, der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, im Rahmen der Verkündung der Jury-Empfehlung. Nur weil sich alle auf dieses Wagnis eingestellt hätten, habe man den Wettbewerb unter Pandemie-Bedingungen noch in diesem Jahr zu einem gebührenden Ende bringen können. Alle Bewerberstädte seien mit ihrer Reise nun an einer Wegkreuzung angelangt. Auch für die vier, die nicht für den Titel empfohlen wurden, sei dieser Tag kein Endpunkt, sagte Hilgert. "Denn ich bin mir sicher, dass alle fünf Bewerberstädte den Weg der Stadtentwicklung durch die Kultur und für die Kultur weitergehen werden." Er lobte das Engagement aller Bewerber gerade in diesen schwierigen Zeiten. "Ohne Menschen keine Kultur, ohne Kultur keine Gemeinschaft."

Appell: Kultur und Europa weiter einen Raum geben

Auch die Jury-Vorsitzende Sylvia Amann rief alle Bewerber dazu auf, auch weiterhin die Kultur in den Mittelpunkt zu stellen und zu einem "Ort der Begegnung" zu machen. Auch appellierte sie an die Städte, gerade in dieser schwierigen Zeit Europa einen breiten Raum einzuräumen. "Das europäische Projekt kann nur auf Begegnung und Solidarität gebaut werden", sagte Aman.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.10.2020 | 13:00 Uhr

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