Eine Strandampel, ein elektronisches Zählsystem, welches an einem Lattenkreuz befestigt ist und gemeinsam mit einer App die Belegung des Strandes errechnet, steht am Zugang zu einem Strand. © picture alliance/dpa | Axel Heimken Foto: Axel Heimken

Küste: Strand-Ampeln und Apps sollen Besucherströme leiten

Stand: 22.05.2021 13:48 Uhr

Im zweiten Corona-Sommer werden erneut viele Gäste an den Küsten von Nord- und Ostsee erwartet. Um überfüllte Strände zu vermeiden, setzen immer mehr Orte auf mobile Lenkungssysteme.

An der niedersächsischen Nordseeküste etwa sollen Sensoren an beliebten Orten die Auslastung von Stränden, Parkplätzen und Freizeiteinrichtungen messen. Das teilte die Marketingorganisation Die Nordsee GmbH mit. Urlauber und Einheimische sollen sich anhand eines Ampelsystems im Internet und über Info-Monitore über die Auslastung an Ausflugszielen informieren können. Starten soll das System an mehreren Orten in Ostfriesland, im Wangerland, in Butjadingen und im Raum Cuxhaven spätestens im Sommer. Mit der Besucherlenkung könnten touristische Hotspots entzerrt werden, gleichzeitig aber auch einem Corona-Infektionsgeschehen vorgebeugt werden, sagte die Geschäftsführerin der Die Nordsee GmbH, Sonja Janßen. Die Datenauswertung in Echtzeit mit Kameras, Lichtschranken und Drehkreuzen solle datenschutzkonform erfolgen, betonte sie.

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Web-App erleichtert Buchungen in Restaurants und Attraktionen

Die Ostfriesischen Inseln setzen seit Kurzem zudem auf die sogenannte FRIDA-Web-App, die nicht auf dem Smartphone installiert werden muss. Damit können auf den Inseln Termine in Restaurants, Geschäften und Freizeiteinrichtungen gebucht werden. Schon vor Corona sei es speziell in der Hauptsaison vorgekommen, dass Angebote schnell ausgebucht waren, sagte der Geschäftsführer der Ostfriesische Inseln GmbH, Göran Sell. "In Zukunft zeigt ein Blick in die Web-Anwendung, welche Leistungen noch buchbar sind", so Sell.

Scharbeutz ist Vorreiter bei den Strand-Ampeln

In Scharbeutz in Schleswig-Holstein und fünf weiteren Orten an der Lübecker Bucht gibt es bereits seit dem vergangenen Jahr ein Ampelsystem, das den Besucherandrang an den Stränden steuern soll. "Allein in Scharbeutz haben wir rund 40 Strandzugänge, an 20 davon werden die Besucher von Sensoren registriert", sagte André Rosinski von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. An den anderen Übergängen und in den übrigen Orten übernehmen die Strandkorb-Vermieter die Zählung der Gäste. Neu ist in diesem Jahr ein Prognosemodell, das aus den Faktoren Jahreszeit, Wetter, Temperatur, Auslastung der Parkplätze und Strandbelegung automatisch Empfehlungen für die Auswahl eines nicht zu stark frequentierten Strandes gibt.

Auch St. Peter-Ording zählt Besucher

Auch an der Nordseeküste in Sankt Peter-Ording (Schleswig-Holstein) werden an bestimmten neuralgischen Punkten mit großem Andrang die Auslastungen erfasst. Dies betrifft zum Beispiel den Übergang zum Strand an der Seebrücke. Seit August vergangenen Jahres ist in der SPO-Web-App zu sehen, wie hoch das Besucheraufkommen an acht verschiedenen Standorten ist. Hierbei zeigen die Farben Grün, Gelb und Rot die jeweilige Auslastung an.  Auf den nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr und Sylt sind dagegen aktuell keine Zugangskontrollen oder Strand-Ampeln geplant. Zur Einhaltung von Abstandsregeln auch an Tagen mit hoher Gästedichte setze man auf das Augenmaß der Strandteams vor Ort, sagte Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft.

Kameras in Binz auf Rügen

In Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig die Besucherströme auf der größten deutschen Insel Rügen gelenkt werden. Das Ostseebad Binz setzt dafür ebenfalls auf eine Strand-Ampel. Mithilfe von Kameras und Zählungen soll an der berühmten Seebrücke sowie an 60 Strandaufgängen gemessen werden, wie viele Menschen sich dort tummeln, teilte der Tourismusverband mit. Die jeweilige Auslastung soll im Internet abgerufen werden können.

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