Stand: 10.06.2020 10:45 Uhr

Kritik an Maskenpflicht in Behindertenwerkstätten

Ein Mann hält eine Nase-Mund-Schutzmaske in den Händen. © picture alliance / Axel Heimken Foto: Axel Heimken
In den Behinderten-Werkstätten in Niedersachsen gilt eine Maskenpflicht. (Themenbild)

Die niedersächsischen Wohlfahrtsverbände haben die geltende Maskenpflicht in den Behindertenwerkstätten kritisiert. Eine solche Pflicht sei nicht zumutbar und zudem "pauschal diskriminierend", sagte die Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Birgit Eckhardt, am Dienstag in Hannover. Das stehe eindeutig im Widerspruch zum Inklusionsgedanken.

Mit zweierlei Maß gemessen?

In den Werkstätten darf seit dem 25. Mai wieder in eingeschränktem Umfang gearbeitet werden. Nach der Corona-Verordnung des Landes müssen sie dabei jedoch eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen: "Man muss sich nur vorstellen, dass den körperlich tätigen Arbeitern in der Industrie zugemutet würde, permanent eine Maske zu tragen. Da wäre der Aufschrei vermutlich sehr groß", kritisierte Eckhardt. Die Behindertenwerkstätten hätten umfassende Hygiene-Maßnahmen und Pandemiepläne erarbeitet und umgesetzt. Deshalb müssten für sie die allgemeinen Regeln in Industrie und Handwerk gelten.

In Niedersachsen sind rund 29.000 Menschen mit Behinderung in rund 200 Werkstätten beschäftigt.

 

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 09.06.2020 | 17:00 Uhr

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