Stand: 23.06.2020 16:42 Uhr

Krisenstab lobt Corona-Entwicklung in Niedersachsen

Claudia Schröder, stellvertretende Vorsitzende des Corona-Krisenstabes der Landesregierung, spricht bei einer Pressekonferenz. © NDR
Claudia Schröder ist stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Corona-Krisenstabs.

Die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, hat sich am Dienstag zufrieden mit der Entwicklung der Corona-Pandemie in Niedersachsen gezeigt. "Wir haben trotz der Lockerungen nach wie vor ein verlangsamtes Neuninfektionsgeschehen", sagte sie auf der wöchentlichen Landespressekonferenz. Dies sei ein Beleg dafür, dass sich der überwiegende Teil der Bevölkerung an die geltenden Regelungen hält. Schröder betonte allerdings, dass es keinen Grund gebe, sich entspannt zurückzulegen.

Nur 15 Neuinfektionen

Nach Angaben von Schröder gibt es in Niedersachsen aktuell 13.279 bestätige Corona-Fälle, das ist ein Anstieg von lediglich 15 gegenüber dem Vortag. 623 Menschen sind bislang an dem Virus gestorben. 279 Personen werden derzeit noch in Kliniken behandelt, von den 50 Intensivpatienten werden 22 beatmet.

Corona-Ausbrüche gut lokalisierbar

Schröder betonte, dass sich ein Großteil der aktuellen Infektionen auf lokale Ereignisse wie die Ausbrüche in zwei Göttinger Hochhäusern zurückführen lasse. Es zeige sich, dass beengte Wohnverhältnisse eine große Gefahr für eine Ausbreitung des Virus darstellen. Zusätzliche Beschränkungen für ganz Göttingen hält Schröder nicht für notwendig, da das Ausbruchsgeschehen eindeutig lokalisierbar sei. "Es müssen daher nicht unverhältnismäßig viele Menschen mit Zwangsmaßnahmen überzogen werden", so Schröder.

Sorgenvoller Blick nach Nordrhein-Westfalen

Mit Sorge betrachtet der Krisenstab den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Landkreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1.500 Infektionen. Das Land habe daher den Austausch von Mitarbeitern mit Betrieben in Niedersachsen untersagt, so Schröder. Außerdem seien Tausende Werkvertragsarbeiter in 40 Betrieben getestet worden. Die hierbei festgestellten 157 Infektionen seien größtenteils einem Ausbruch in Dissen (Landkreis Osnabrück) zuzuordnen.

Touristen aus dem Raum Gütersloh werden nicht abgewiesen

Auf die Frage, ob Niedersachsen Touristen aus dem Landkreis Gütersloh abweisen würde, sagte Schröder, dass es dazu aktuell keine rechtliche Grundlage gebe. "Es wäre aber wünschenswert, wenn die dortige Bevölkerung zu Hause bleiben und die Situation abwarten würde", betonte sie. Vermieter von Ferienwohnungen könnten Buchungen von Touristen aus dem Landkreis Gütersloh allerdings stornieren. Außerdem könne es vorkommen, dass die Polizei Autofahrer aus der Region nach Zweck und Ziel einer Reise frage. Angesichts des Corona-Ausbruchs hatte Bayern die Beherbergung von Menschen aus dem betroffenen Landkreis verboten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden Urlauber aus Gütersloh abgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.06.2020 | 15:00 Uhr

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