Der stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Corona-Krisenstab Claudia Schröder spricht während einer Pressekonferenz. © NDR

Krisenstab bekräftigt: Impfen ist Weg aus der Pandemie

Stand: 10.08.2021 14:23 Uhr

Die Corona-Infektionszahlen in Niedersachsen bleiben auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Besonders die Zahl der Intensivfälle sei jedoch weiterhin niedrig - dank der Impfungen.

In der besonders gefährdeten Altersgruppe der über 60-Jährigen schwanke die Inzidenz zurzeit zwischen 2,3 und 3,0, sagte die stellvertretende Krisenstabschefin Claudia Schröder am Dienstag auf der wöchentlichen Pressekonferenz. Dies zeige, wie wichtig und effektiv Impfungen seien. "Der Weg aus dieser Pandemie ist die Impfung", bekräftigte Schröder. Die Zahl der sogenannten Impfdurchbrüche, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderten, liege bei den Älteren bei 0,4 Prozent. Diese betreffen, so Schröder weiter, fast immer besonders alte Menschen, bei denen das Immunsystem ohnehin geschwächt sei.

Krisenstabschef Scholz: Klinikauslastung entscheidend

Mit Blick auf den Corona-Gipfel der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Herbst-Strategie betonte Krisenstabsleiter Heiger Scholz die Bedeutung der Klinikauslastung. Dieser Wert sei entscheidend: "Es werden sich weiter Leute mit Corona infizieren, wir können auch nicht ausschließen, dass sie weiter daran sterben. Entscheidend ist, dass Leute nicht sterben, weil sie nicht behandelt werden konnten." Aktuell werden Scholz zufolge 113 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken behandelt, davon 28 auf Intensivstationen. 23 dieser Patientinnen und Patienten müssten beatmet werden. Landesweit gebe es insgesamt bis zu 2.000 Beatmungsmöglichkeiten.

Scholz verurteilt manipulierte Impfungen in Schortens

Weiteres Thema der Corona-Pressekonferenz war der kurz zuvor bekannt gewordene Impfskandal im Impfzentrum Friesland in Schortens. Dort könnte eine Mitarbeiterin bisherigen Ermittlungen zufolge bis zu 8.500 über 70-Jährigen Kochsalzlösung statt Covid-Impfstoffen gespritzt haben. Demnach ist die Frau Impfskeptikerin und hat möglicherweise aus politischer Motivation gehandelt. Das mutmaßliche Vorgehen der Beschuldigten sei "perfide", sagte Scholz. Die Betroffenen könnten jetzt erneut Termine in mehreren Impfzentren vereinbaren, ergänzte Schröder.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 10.08.2021 | 19:30 Uhr

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