Krisenstab: Wiederholungs-Impfung ist "völlig unschädlich"

Stand: 10.08.2021 15:14 Uhr

Der Impfskandal von Schortens (Landkreis Friesland) war am Dienstag Thema auf der Pressekonferenz mit dem Corona-Krisenstab der Landesregierung.

8.557 Menschen müssen erneut geimpft werden. Es ist nicht sei nicht auszuschließen, dass eine ehemalige Mitarbeiterin des Impfzentrums Kochsalzlösung aufgezogen hat, wie der Landkreis Friesland am Dienstagvormittag mitgeteilt hatte. Bisher waren die Behörden von 22 Fällen ausgegangen. Laut Claudia Schröder, stellvertretender Leiterin des Krisenstabs, habe das niedersächsische Gesundheitsministerium am Donnerstag nach einer neuen Lagebewertung der Polizei von dem Ausmaß des Vorgangs erfahren. Daraufhin habe man gemeinsam mit dem Landkreis nach einer schnellen Lösung gesucht.

Termine ab Freitag möglich

Diese sieht demnach so aus, dass sich die betroffenen Personen in Kürze kostenlos erneut impfen lassen können. Laut Schröder können die Betroffenen seit heute Termine für die Impfzentren Friesland, Wilhelmshaven, Ammerland und Wittmund buchen, die ab Freitag vergeben werden. "Da wir nicht wissen, ob, wie viele und wer konkret betroffen ist und wir über einen Zeitraum von sieben Wochen reden, haben wir allen angeboten, eine Wiederholung durchzuführen", so die stellvertretende Krisenstabsleiterin. "Eine Wiederholungs-Impfung ist selbst dann anzuraten und unproblematisch, wenn die Impfung erfolgreich war. Das würde in dem Fall den Schutz nicht erhöhen, aber sie ist völlig unschädlich. Und daher ist das jetzt das Mittel der Wahl."

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Landkreis veröffentlicht Bürgerhotline und Info-Seite

Für die Betroffenen, die vom Landkreis Friesland angeschrieben worden sind, sei eine nicht Servicenummer für die Terminvereinbarung geschaltet. Dort liefen nur diese Personen auf, "die sich nicht nochmal lang erklären müssen, sondern gleich von Mitarbeitenden empfangen werden, die den gesamten Sachverhalt kennen", sagte Schröder. Für weitere Fragen gebe es unter der Nummer (0800) 0 00 51 60 eine kostenlose öffentliche Bürgerhotline sowie eine FAQ-Info-Seite auf der Homepage des Landkreises.

Impfzentren Erst- und Zweitimpfungen

Für diejenigen, bei denen die Erst- und Zweitimpfung in diesen Sieben-Wochen-Zeitraum von Anfang März bis Mitte April falle, werde ein komplettes Intervall angeboten. "Wir stellen den Betrieb der stationären Impfzentren ja eigentlich am 30. September ein. Für diesen Personenkreis, der hier betroffen ist, werden wir definitiv vor Ort eine Zweitimpfung organisieren", sagte Schröder. Das habe der Landkreis bereits sichergestellt. Und: Die Impfzertifikate der betroffenen Personen behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

Ähnliche Vorfälle nicht bekannt

Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabs, sprach von "einem perfiden Verhalten" der ehemaligen Mitarbeiterin des Impfzentrums. "Da gehört schon, wenn es solche Dimensionen erreichet, eine erheblich kriminelle Energie zu", sagte Scholz. "Wir haben seinerzeit im April den Vorfall zum Anlass genommen, mit allen 52 Impfzentren die Prozesse und Organisationsstrukturen genau durchzugucken." Man habe dann ein Vier-Augen-Prinzip beim Füllen der Spritzen flächendeckend angewiesen. Ähnliche Vorfälle seien nicht bekannt geworden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 10.08.2021 | 19:30 Uhr

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