Krisenstab: Start der Impfzentren verzögert sich weiter

Stand: 05.01.2021 15:04 Uhr

Die Impfzentren in Niedersachsen werden nicht, wie ursprünglich geplant, kommenden Montag ihren Betrieb aufnehmen. Das bestätigte Claudia Schröder vom Corona-Krisenstab.

Nach aktuellem Stand rechne sie damit, dass frühestens in drei bis vier Wochen die Impfzentren mit der Terminvergabe loslegen können, sagte die stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Corona-Krisenstabs am Dienstag in der Landespressekonferenz. Grund für die Verzögerung sei der Ausfall einer ganzen Impfstofflieferung Ende Dezember. Auch in der ersten Januar-Woche habe man bislang keine Lieferung erhalten. Vor diesem Hintergrund habe man entschieden, den Start in den Impfzentren zu verschieben, sagte Schröder. Die Impfstofflieferungen seien bislang nicht stabil genug.

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61.000 Impfdosen für Freitag erwartet

Für Freitag sei eine Lieferung von etwa 61.000 Impfdosen der Firma Biontech/Pfizer angekündigt. Für den Fall, dass die EU den Impfstoff des Anbieters Moderna freigibt, hoffe sie, dass bereits Ende der Woche auch eine erste Lieferung in Niedersachsen eintreffe. In welchem Umfang sei ihr nicht bekannt, so Schröder.

"Hohe Impfbereitschaft" in Alten- und Pflegeheimen

Termine in den 50 Impfzentren des Landes werde es erst geben, wenn die Alten- und Pflegeheime zu größten Teilen abgearbeitet sind. Die Menschen dort hätten Priorität, weil sie am häufigsten unter den Corona-Toten seien, so Schröder. Sie hoffe, dass die mobilen Teams dort Ende des Monats "weitestgehend durch" sein werden. Mehr als 80 Prozent der Menschen in den Heimen seien bereit, sich einer freiwilligen Impfung zu unterziehen, sagte Schröder. "Das ist eine sehr hohe Impfbereitschaft, das muss man ganz klar sagen."

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Land schickt Anschreiben für Impftermine

Wenn die Impfkampagne in der ersten Prioritätsgruppe abgeschlossen ist, will das Land Anschreiben verschicken und zunächst Menschen über 80 Jahre einladen, Impftermine zu vereinbaren. Das Land will aber auch öffentlich, über die Medien, über Verbände oder Vereine über Impftermine informieren. Die eingerichtete Hotline werde sehr gut angenommen. Bis zu 15.000 Anrufe gingen täglich dort ein. Das Land habe bereits zweimal "personell nachgelegt" und werde weiter kontinuierlich aufstocken.

"Es gibt keinen Anlass, sich zurückzulehnen"

Schröder sowie Regierungssprecherin Anke Pörksen warnten darüber hinaus am Dienstag vor einer falschen Interpretation der Neuinfektionszahlen. Diese waren zuletzt zwar gesunken - angesichts der Feiertage sei dieser Eindruck aber nicht aussagekräftig. "Es gibt keinen Anlass, sich zurückzulehnen. Ganz im Gegenteil", sagte Schröder. Vor dem Hintergrund der Weihnachtsfeiertage seien die aktuellen Infektionszahlen "zu hoch". Erst für kommende Woche Mittwoch rechnet sie wieder mit belastbaren Zahlen. Erst dann werde man "richtige harte Daten haben, die zeigen, wie gut wir durch die Feiertage gekommen sind", sagte Schröder.

Schröder: Impfungen dauern

Der Start der Impfkampagne am 27. Dezember sei "Licht am Ende des Tunnels". Aber dieser Tunnel sei "schon noch lang", so Schröder. Allein am Montag seien in Niedersachsen landesweit 3.271 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. In den kommenden Tagen werde man dies weiter steigern. Um in großen Schritten die Impfkampagne in Niedersachsen voranzutreiben, bedürfe es allerdings eines stabilen Lieferumfangs von 100.000 Dosen pro Woche. Zudem sei es hilfreich, wenn der Impfstoff weniger labil zu handhaben sei. Damit bezog sie sich auf das stabilere Moderna-Vakzin.

Entscheidung über weiteren Lockdown bei Bund-Länder-Beratungen

Außen vor war bei der Landespressekonferenz, wie es mit dem Lockdown weitergeht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten wollten sich gegen 14 Uhr zu einer Videokonferenz treffen, um darüber zu beraten. Berichten zufolge sollen sich die Bundesländer allerdings schon einig über eine Verlängerung der Beschränkungen sein. Strittig ist offenbar nur noch die genaue Dauer.

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Hallo Niedersachsen | 05.01.2021 | 19:30 Uhr

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