Stand: 31.03.2020 20:28 Uhr

Krisenstab: Keine Maskenpflicht für Niedersachsen

Claudia Schröder, Abteilungsleiterin Gesundheit im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, und Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabes des Landes Niedersachsen und Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, geben eine Pressekonferenz zur Entwicklung der Coronakrise in Niedersachsen. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Heiger Scholz (re.), Leiter des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen, bewertet das Thema Mundschutz differenziert.

Thema des Tages vor dem Hintergrund der Corona-Krise ist eine mögliche Mundschutz- oder Maskenpflicht. Die Stadt Jena (Thüringen) hat angekündigt, ab nächster Woche ihre Bürgerinnen und Bürger nur noch mit Mundschutzen auf die Straße zu lassen - verbunden mit dem Aufruf, selbst solche nicht-qualifizierten Masken zu nähen. Niedersachsen mag da derzeit nicht mitziehen. Vor allem bei der Forderung nach sogenannten qualifizierten Masken, also die FFP2- und FFP3-Masken, für alle reagiert Heiger Scholz allergisch. "Wer jetzt propagiert, jeder möge draußen mit einer qualifizierten Maske rumlaufen, der gefährdet die Gesundheitsversorgung in diesem Land", sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung am Dienstag in Hannover.

VIDEO: Mundschutzmasken: Pflicht oder Unsinn? (2 Min)

Corona: Masken zum Fremdschutz "Akt der Höflichkeit"

Differenzierter bewertet Scholz die Eigeninitiative von Bürgerinnen und Bürger. Wenn Menschen mit selbstgenähten Masken zum Einkaufen gingen, sei das "vor dem Hintergrund des Fremdschutzes sinnvoll und ein Akt der Höflichkeit", so Scholz. Eine generelle Maskenpflicht müsse bundesweit einheitlich diskutiert und beschlossen werden. Die Region Hannover sieht für eine derartige Maßnahme derzeit keine Notwendigkeit. "Das Problem kann sein, dass das ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt", sagte eine Regionssprecherin. Hygieneregeln würden laxer ausgelegt und Abstände nicht mehr eingehalten, beschrieb sie ein mögliches Szenario. Auch Göttingen ist zurückhaltend: "Stand heute ist das nicht geplant", so eine Sprecherin der Stadt.

Anfang März bestellt: 150.000 Mundschutze jetzt geliefert

Eine "gute Nachricht" gab Scholz auf der Pressekonferenz noch bekannt. 150.000 Anfang März bestellte FFP2-Mundschutze seien nun geliefert worden. Eine weitere Lieferung hänge an einer nicht näher genannten Grenze fest. Darüber hinaus seien 1,4 Millionen Mundschutze bestellt, deren Lieferung noch ausstehe. Scholz lobte in diesem Zusammenhang das Engagement von Unternehmen und Gruppen, einfache Masken zu nähen oder sogar die betriebliche Produktion dahingehend umzustellen. Dies habe schon bei der Produktion von Desinfektionsmittel durch Chemieunternehmen oder Alkoholhersteller gut funktioniert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2020 | 18:00 Uhr

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