Stand: 03.03.2020 12:25 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Kriegsende 1945: DGB fordert Feiertag am 8. Mai

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Der Vorsitzende des DGB-Bezirks Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt will den 8. Mai 2020

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) appelliert an die niedersächsische Landesregierung, den 8. Mai 2020 zum einmaligen, gesetzlichen Feiertag zu erklären und mit einem feierlichen Staatsakt zu würdigen. Ein vom DGB-Landeschef Mehrdad Payandeh sowie den Vorsitzenden der acht niedersächsischen DGB-Gewerkschaften unterzeichneter Aufruf lädt unter anderem Verbände, Kirchen und Arbeitgeber ein, sich der Forderung anzuschließen und den Tag gemeinsam zu würdigen, wie der Gewerkschaftsbund am Dienstag in Hannover mitteilte.

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DGB: "Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus"

Der Tag der Befreiung von Nationalsozialismus, Faschismus und Gewaltherrschaft jährt sich zum 75. Mal, so der DGB-Landeschef. "Spätestens nach den Anschlägen von Hanau und Halle ist ein deutliches Signal gegen Rechtsextremismus und Rassismus dringender denn je", sagte Payandeh. "Der 8. Mai war letztlich der Grundstein für unsere heutige Demokratie. An diesem Tag können wir gemeinsam als Gesellschaft ein deutliches Zeichen des Zusammenhalts und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen." Der gewerkschaftliche Dachverband hatte sich bereits im September 2019 im Rahmen einer Anhörung des Ausschusses Inneres und Sport im Niedersächsischen Landtag für den Feiertag stark gemacht.

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Weizsäcker: "8. Mai 1945 war Tag der Befreiung"

Richard von Weizsäcker war der erste Bundespräsident, der den 8. Mai 1945 einen "Tag der Befreiung" nannte. Die ganze Rede ist bei tagesschau.de zu sehen. extern

Grüne im Landtag machen Druck

Die Grünen im Niedersächsischen Landtag hatten bereits vor einem Jahr im Landtag beantragt, den 8. Mai 2020 zum einmaligen Feiertag zu machen. SPD und CDU betonten, dass eine bundesweit einheitliche Regelung gefunden werden müsse. Die Grünen-Abgeordnete Susanne Menge beantragte jetzt, dass der Innenausschuss des Landtags diese oder spätestens nächste Woche über den Vorschlag berät.

Weizsäckers historische Rede

Der 8. Mai 1945 wurde in Teilen der Bevölkerung der alten Bundesrepublik lange als Tag der Weltkriegsniederlage wahrgenommen. Erstmals sprach 1985 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker in einer historischen Rede vor dem Deutschen Bundestag von einem "Tag der Befreiung" und trat damit für einen Wandel der Wahrnehmung des Kriegsendes ein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.03.2020 | 12:00 Uhr

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