Stand: 02.08.2019 20:19 Uhr

Kontrastmittel: AOK für Prüfung von Pauschalen

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) verteidigt die Praxis, dass Radiologen ihre Kontrastmittel pauschal mit den Krankenkassen abrechnen. Die Pauschalen seien vor allem von den Kassen vorangetrieben worden, um leichter abrechnen zu können, teilte die KVN mit. Zudem gebe es Obergrenzen. Nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung können Röntgenärzte teils erheblich dazuverdienen, indem sie Kontrastmittel günstig einkaufen, über die Pauschalen aber einen vielfach höheren Betrag zurückbekommen.

AOK will Kontrastmittel-Profite stoppen

Die AOK Niedersachsen kündigte dagegen an, die möglichen Zusatzeinnahmen von Radiologen durch die Pauschalabrechnungen einzuschränken. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben schon länger Hinweise, dass Praxen mit den Kontrastmitteln hohe Gewinne machen. Zurzeit liefen Gespräche zwischen der Kasse und den Ärzten, um das Problem zu lösen, hieß es. Niedersachsens größte Krankenkasse prüft demnach auch die Möglichkeit, künftig Verträge direkt mit den Pharmaunternehmen einzugehen und die Preise für die Kontrastmittel so selbst zu beeinflussen.

Kommentar

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.08.2019 | 14:00 Uhr

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