Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Kontaktnachverfolgung immer aufwendiger - Bundeswehr hilft

Stand: 17.10.2020 11:31 Uhr

Die Gesundheitsämter sind wegen der Corona-Pandemie überlastet. Jetzt steigen die Zahlen stark an, die Aufgaben werden immer umfangreicher.

Mehrere Landkreise und Kommunen haben ihre Gesundheitsämter bereits personell aufgestockt. Zum Teil wurden dafür Beschäftigte aus anderen Bereichen abgezogen. Im massiv vom Virus betroffenen Landkreis Cloppenburg sind derzeit mehr als 100 Menschen im Gesundheitsamt tätig - vorher waren es 57. Dort arbeiten auch Bundeswehrsoldaten und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit.

Bis zu 40 Kontakte pro infizierter Person

"Die Zahlen gehen rapide hoch", sagte Sascha Sebastian Rühl, Sprecher des Landkreises Cloppenburg. Das Gesundheitsamt hat sich deshalb neu organisiert und Teams mit unterschiedlichen Schwerpunkten gebildet - unter anderem für die Datenerfassung, die Anordnung sowie die Aufhebung von Quarantänemaßnahmen, für das Bürgertelefon und für die Kontaktnachverfolgung. Im Landkreis geht man von bis zu 40 Kontakten aus, die eine infizierte Person gehabt haben könnte.

80 Soldaten helfen landesweit bei Nachverfolgung

Bei der Kontaktnachverfolgung leisten im Landkreis Cloppenburg zwölf Soldaten Amtshilfe. Im Gesundheitsamt der Region Hannover werden 40 Bundeswehrsoldaten des Heeres eingesetzt. Ihr Einsatz ist zunächst bis 30. November befristet, könnte aber verlängert werden. Insgesamt seien derzeit 80 Soldaten in Niedersachsen allein bei der Nachverfolgung im Einsatz, sagte Jasmin Henning vom Landeskommando Niedersachsen.

"Eher ungewöhnlich" für Soldaten

Ein Bundeswehrsoldat schaut auf einen Computerbildschirm und hält einen Telefonhörer in der Hand. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Bundeswehrsoldaten unterstützen bei der aufwendigen Nachverfolgung von Kontakten.

"Dieser Einsatz im Gesundheitsamt ist natürlich für die Soldaten eher ungewöhnlich, weil wir so etwas noch nicht gemacht haben", sagte Pressestabsoffizier Jürgen Engelhardt. "Bisher gab es Einsätze im Rahmen der Hilfeleistung bei Hochwasser, bei Schneekatastrophen, bei Waldbränden. Aber das ist wirklich eine besondere Herausforderung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 15.10.2020 | 17:00 Uhr

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