Stand: 19.06.2018 14:27 Uhr

Klimareport: Mehr Hitze, weniger Frost

Der Klimawandel ist da und er ist real. Das stellen die Wissenschaftler im Klimareport Niedersachsen schon zu Beginn des 50-seitigen Berichts sehr deutlich fest. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat den Klimareport am Dienstag in Hannover vorgestellt und gesagt: "Die Ergebnisse des Klimareports sind alarmierend."

Umweltministerium präsentiert Klimareport

Mehr Hitze, weniger kalte Tage

Der Klimareport befasst sich mit den Veränderungen des Klimas in Niedersachsen und zeigt auf, welche Klima-Trends wahrscheinlich sind. Die Wissenschaftler stellen für die Zukunft Folgendes fest:

  • Anstieg der mittleren Temperatur um bis zu 3,5 Grad in den nächsten 100 Jahren
  • Abnahme der Anzahl kalter und sehr kalter Tage
  • nur wenig mehr Niederschlag, aber mehr Niederschlagsextreme
  • erhöhtes Risiko sehr zerstörerischer Tornados
  • Anstieg des Meeresspiegels
  • Mehr Trockenheit vor allem im Sommer
  • phänologische Jahreszeiten verschieben sich

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Klimareport Niedersachsen

Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat im Landtag den Klimareport vorgestellt. Der Report gibt eine Auskunft über die vergangenen, aktuellen und künftigen wahrscheinlichen Zustände des Klimas. Download (10 MB)

23 weniger Frosttage seit 1951

Vor allem der Temperaturanstieg ist laut Bericht deutlich: Die Anzahl der Sommertage mit einer Tageshöchsttemperatur von über 25 Grad hat demnach seit 1951 um 16 Tage zugenommen. 2014 war gar das wärmste Jahr seit 1881. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Frosttage mit einer Tiefsttemperatur von unter 0 Grad seit 1951 um 23 Tage gesunken. Die Wissenschaftler halten fest: "Die mit tiefen Temperaturen verbundenen Extreme nehmen stark ab und die mit Wärme verbundenen Extreme nehmen stark zu." So sei es sehr wahrscheinlich, dass es künftig mehr extreme Hitzeperioden geben wird.

Der Frühling beginnt immer früher

Unter dem Stichwort "Phänologie" verzeichnen die Wissenschaftler, dass etwa der Vorfrühling immer früher eingeleitet wird. Die Blüte der Hasel als Marker für den Vorfrühling erscheint mittlerweile 16 Tage früher als zwischen 1961 und 1990. Und so geht es weiter im Jahreszeitenverlauf. Der Erstfrühling beginnt mit der Forsythienblüte elf Tage früher, der Vollfrühling mit der Apfelblüte ebenfalls elf Tage. Was auf den ersten Blick durchaus angenehm erscheint, hat aber seine Tücken: Was früher austreibt, ist stärker von Frost bedroht.

Minister Lies kündigt Landesklimagesetz an

Im Vorwort zum Klimareport betont Lies daher die "Notwendigkeit ehrgeiziger Klimaschutzpolitik". Der Umweltminister kündigt dafür ein Landesklimagesetz an, um eigene Klimaschutzziele festzulegen. Außerdem soll es künftig ein Klimakompetenzzentrum geben, um notwendige Maßnahmen zur Anpassung an den "nicht mehr abwendbaren Klimawandel" zu treffen.

Anzahl der heißen Tage

Anzahl der Sonnenstunden

Anzahl der Frosttage

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.06.2018 | 12:00 Uhr

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