Stand: 25.09.2020 07:00 Uhr

Klimaprotest: Von der Straße in den Stadtrat

von Maren Bruns
Demonstrantin Viviane Michaelis mit einem Megafon in der Hand in Oldenburg. © NDR Foto: Maren Bruns
Viviane Michaelis gestaltet Politik auf der Straße und im Stadtrat.

Es geht wieder los: "Fridays for Future" geht in Niedersachsen auf die Straßen. Landesweit werden bei rund 70 Aktionen mehr als 30.000 Teilnehmer erwartet. In Oldenburg wird mehr als nur demonstriert - hier gestalten die FFF-Mitglieder aktiv Politik. Als erste "Fridays for Future"-Gruppe arbeitet die Oldenburger eng mit der Kommunalpolitik zusammen. 106 Beschlussvorschläge haben sie bereits zusammen mit den Fraktionen entwickelt.

VIDEO: "FFF"-Aktivisten mischen in Oldenburger Politik mit (2 Min)

"Auf jeden Fall ein Erfolg"

Für die 22-jährige Viviane Michaelis ist das ein großer Erfolg, denn schon jetzt seien einige Maßnahmen durch die Ausschüsse gegangen. "Dass jetzt so eine große Anzahl an Maßnahmen für besseren Klimaschutz für Oldenburg auf einmal in den Stadtrat kommen und hoffentlich auch jeden Monat weitere kommen werden, ist auf jeden Fall ein Erfolg", freut sich die Studentin der Umweltwissenschaften. Das ist noch nicht alles: Viviane Michaelis wurde einstimmig vom Umweltausschuss als beratendes Mitglied gewählt. Am kommenden Montag soll das Votum vom Rat der Stadt Oldenburg offiziell bestätigt werden.

"Alle an einen Tisch bringen"

Der 19-jährige Tim Schöneberger ist ebenfalls begeistert von der Zusammenarbeit - auch wenn er sich selbst in keiner Partei wiederfindet. "Ich genieße auch diese gestalterische Freiheit sehr, die man hat, wenn man sich im politischen Spektrum bewegt und versucht, alle an einen Tisch zu bringen. Ich glaube, dass wir Prozesse immer mit Beteiligung führen müssen. Dann weiß ich nicht ob ich dabei in Parteien sein möchte, ich glaube nicht."

"Hier prallen Welten aufeinander"

Die Fraktionen im Oldenburger Stadtrat unterstützen die Zusammenarbeit. Es sei zwar herausfordernd, trotzdem bekomme man dadurch neue Blickwinkel auf die Themen, sagt Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. "Hier prallen natürlich Welten aufeinander", sagt Krogmann. "Auf der einen Seite die jungen Leute, die sagen, wir müssen sofort dieses eine Ziel mit Macht erreichen. Zum anderen sind da natürlich sehr komplizierten Dinge, die wir dann im Rat zu bedenken haben. Daraus etwas Gemeinsames zu machen, diesen spannenden Prozess haben wir jetzt vor uns." Außerdem seien noch nie so viele junge Leute im Stadtrat gewesen, so Krogmann. Das sei ein zusätzlicher Gewinn, junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.09.2020 | 07:30 Uhr

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