Stand: 06.03.2019 15:17 Uhr

Klarer Trend: Mehr Geburten für weniger Hebammen

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Zunehmend haben es werdende Mütter schwer, eine Hebamme zu finden.

In vielen Regionen Niedersachsens wird es für schwangere Frauen immer schwieriger, eine Hebamme und eine nahegelegene Geburtshilfe-Station zu finden. Das geht aus einem Bericht des Landesgesundheitsamtes hervor, den Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) in Hannover präsentiert hat. Die Zahl der Kliniken, in denen Kinder auf die Welt gebracht werden können, ging seit 2003 von 107 auf 71 zurück. Erst kürzlich hatten Geburtshilfe-Stationen in Nordenham, Wittmund und Oldenburg geschlossen.

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Weniger freiberufliche Hebammen

Die Zahl der überwiegend im Krankenhaus arbeitenden Hebammen ist laut dem Bericht mit etwas mehr 900 konstant geblieben. Allerdings mussten sie deutlich mehr Geburten betreuen. Außerdem gibt es in Niedersachsen noch knapp 1.200 freiberufliche Hebammen. Von ihnen betreuen aber nur noch rund 100 außerklinische Geburten. 2009 boten dies noch 184 Hebammen an.

Dramatische Lage in einigen Landkreisen

Besonders schlecht versorgt waren zuletzt die Landkreise Wittmund, Diepholz, Vechta und Peine. Dort kümmern sich rechnerisch weniger als sechs Krankenhaus-Hebammen um 1.000 Geburten. Besser sah es dem Landesgesundheitsamt zufolge in den Kliniken in den Landkreisen Hildesheim, Holzminden und Lüneburg aus. Gesundheitsministerin Reimann will erreichen, dass die Krankenkassen Suchverzeichnisse anbieten, mit denen werdende Eltern leichter eine Hebamme in der Nähe finden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.03.2019 | 15:00 Uhr

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