Stand: 03.08.2020 17:18 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Kitas seit Montag wieder im Regelbetrieb

Ein Flur im Kindergarten mit zwei Kindern und einer Betreuerin. © dpa Foto: Monika Skolimowska
Mit dem Regelbetrieb sind durchmischte Gruppen wieder möglich - genauso wie die Früh- und Spätbetreuung (Themenbild).

Ein erster Schritt auf dem Weg zu einem neuen Kita-Alltag: In Niedersachsen haben die Kindertagesstätten am Montag nach fast fünf Monaten Unterbrechung die Rückkehr zum Regelbetrieb begonnen - trotz steigender Corona-Zahlen. So dürfen wieder neue Kinder aufgenommen werden, die Kitas können Gruppen öffnen und auch mischen - etwa, um in Randzeiten Kinder zu betreuen. Für die Rückkehr zum Normalbetrieb haben die Kitas bis zum Ende der Schulferien Zeit.

VIDEO: Corona: Kitas kehren zurück zum Regelbetrieb (3 Min)

Kontakte sollen eingeschränkt bleiben

Ein Sprecher des Kultusministeriums betonte gegenüber NDR 1 Niedersachsen, dass es weiter gelte, Kontakte möglichst einzuschränken und Abstand zu halten. Den Einrichtungen werde weiterhin geraten, nicht alle Kinder gleichzeitig zusammenzubringen. Die Kinder sollen möglichst viel an der frischen Luft betreut werden, um das Infektionsrisiko niedrig zu halten. Eltern müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollen die Kita aber am besten gar nicht betreten. In den Gruppen dürfen außerdem noch bis zum Herbst weiter Freiwilligendienstler, Auszubildende oder Eltern einspringen. So sollen befürchtete Personalengpässe aufgefangen werden, weil viele Kita-Beschäftigte zur Risikogruppe gehören.

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Tonne: "Müssen weiter genau beobachten"

Die wieder steigenden Corona-Zahlen haben bislang keine Auswirkungen auf die Pläne des Ministeriums. Mit Blick auf den ebenfalls angedachten Regelbetrieb für die Schulen sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne dem "Weser Kurier" (Sonnabend), dass alle Vorbereitungen darauf hinausliefen. Der SPD-Politiker räumte ein, dass die aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens ihn beunruhige. "Wie entwickeln sich die Infektionszahlen, insbesondere bei Reiserückkehrern? Das alles müssen wir sehr genau beobachten", sagte er der Zeitung. "Klar ist: Die, die in die Kita oder Schule gehen, müssen sich dort sicher fühlen können", sagte Tonne. Bei einem banalen Infekt wie Schnupfen oder bei leichtem Husten dürften Kinder die Einrichtungen weiter besuchen, heißt es. Wenn Kinder Fieber ab 38,5 Grad Celsius hätten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der über einen Corona-Test entscheide. Die Gewerkschaft ver.di forderte zudem freiwillige Corona-Tests für das Kita-Personal.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.08.2020 | 08:00 Uhr

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