Stand: 12.06.2019 08:57 Uhr

Kitas: Kommunen klagen über flexible Einschulung

Ein neues Gesetz bereitet Kita-Planern in vielen Kommunen Niedersachsens Sorge. Im Februar 2018 hatte der Niedersächsische Landtag beschlossen, den Einschulungsstichtag zu flexibilisieren. Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, können seitdem die Einschulung um ein Jahr verschieben. Die Folgen haben die Abgeordneten offenbar falsch eingeschätzt. Statt wie erwartet 20 Prozent machen etwa in Oldenburg mehr als doppelt so viele Eltern von der Möglichkeit Gebrauch, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. 150 Kinder müssten nun zusätzlich versorgt werden.

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Kitas bekommen 526 Millionen Euro vom Bund

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Niedersachsen profitiert mit rund einer halben Milliarde Euro vom "Gute-Kita-Gesetz". Das Geld fließt unter anderem in die frühkindliche Bildung und Mitarbeiter-Fortbildungen. Video (01:24 min)

"Belastung des städtischen Haushalts"

Aus Braunschweig kommen ähnlich klagende Töne. "Wir sind an der Grenze dessen, was möglich und leistbar ist", teilte die Stadt mit. Im ersten Jahr habe es 100 Anträge auf Verschiebung der Einschulung gegeben, was fünf zusätzlichen Kindergartengruppen entspreche. "Dies bedeutet auch eine erhebliche Belastung des städtischen Haushalts", sagte Sozialdezernentin Christine Arbogast. Die Stadt werde beim Ausbau der Kinderbetreuung von Bund und Land nach wie vor nicht angemessen unterstützt.

Elternrat: Regelung gut für die Kinder

In Wolfsburg und Hildesheim ist die Lage zwar weniger schlimm - aber aus Hildesheim etwa heißt es, dass das künftige Verhalten der Eltern unkalkulierbar sei. Eine genaue Planung sei so unmöglich. Ähnlich äußerten sich die Städte Hannover und Lüneburg. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund hofft, dass das Land für seine Entscheidung einsteht und die anfallenden Mehrkosten übernimmt, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek. Der Landeselternrat zeigte sich irritiert von der Kritik der Kommunen. Für ihn handele es sich um eine überschaubare Fallzahl, die keinen unmöglichen Planungsaufwand bedeutet, sagte Ratsvorstand Mike Finke. Vor allem werde die flexible Regelung seiner Meinung nach den Kindern besser gerecht.

Bund gibt halbe Milliarde für Kitas

Am Dienstag erst hatten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) das "Gute-Kita-Gesetz" unterzeichnet. Auf Niedersachsen entfallen im Förderzeitraum bis 2022 insgesamt 526 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Das Land möchte einen Großteil der Gelder verwenden, um mehr Erzieher zu gewinnen und die Ausbildung flexibler zu gestalten.

Weitere Informationen

Land bringt "Gute-Kita-Gesetz" auf den Weg

Niedersachsen will über eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in die Kinderbetreuung und deren Qualität investieren. Das Geld stammt aus dem "Gute-Kita-Gesetz" des Bundes. (28.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.06.2019 | 11:00 Uhr

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