Stand: 26.05.2020 19:30 Uhr

Karstadt Kaufhof: Ver.di fordert Staatshilfen

Die Namen der Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof stehen nebeneinander an zwei Gebäuden © dpa Foto: Martin Gerten
Der Konzern will fast die Hälfte seiner Filialen schließen. (Archivbild)

Wie geht es weiter mit der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt Kaufhof? Welche Filialen im Norden müssen geschlossen werden? Ursprünglich waren für Anfang dieser Woche Details zu den betroffenen Standorten erwartet worden. Doch aus Gewerkschaftskreisen ist nun zu hören, das Management habe bisher keine Liste der geplanten Filialschließungen zu dem Treffen mit den Arbeitnehmervertretern mitgebracht. Bisher sei noch nicht über die Details zu Schließungen verhandelt worden, erfuhr auch der NDR in Niedersachsen. Es sei damit zu rechnen, dass die Liste spätestens bis Mitte Juni vorliege, heißt es. Denn im Juli beginne das Insolvenzverfahren. Bis dahin müsse ein Sanierungsplan vorliegen. Bundesweit gibt es aktuell 170 Filialen, 15 davon in Niedersachsen. Das Unternehmen hatte angekündigt, möglicherweise 80 Zweigstellen zu schließen. Vor eineinhalb Jahren waren Karstadt und Kaufhof fusioniert. Dennoch ist der Konzern angeschlagen. Die Coronavirus-Krise hat das Geschäft zusätzlich belastet.

Ver.di-Verhandlungsführer fordert Hilfe vom Staat

Die Gewerkschaft ver.di fordert nun zudem Hilfe vom Staat. Es sei jetzt Zeit für eine politische und finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten durch die Politik in den Kommunen, Gemeinden sowie Landesregierungen und der Bundesregierung, sagte ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman am Dienstag nach einer Sitzung der Tarifkommission in Essen. Unterstützung sei auch in Form von Staatshilfen erforderlich.

Auswahl danach, welche Mietverträge auslaufen?

Neben mehreren Standorten in Braunschweig und Hannover gibt es in Niedersachsen Galeria-Warenhäuser in Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Hildesheim, Goslar, Göttingen und Celle. Hinzu kommen drei Karstadt-Sport-Filialen. Insgesamt arbeiten dort rund 1.700 Mitarbeiter. Welches Haus schließen muss, könne möglicherweise unter anderem davon abhängen, welche Mietverträge gerade ausliefen, sagte ver.di-Sprecherin Sabine Gatz NDR 1 Niedersachsen. Erneut solle lediglich drastisch gespart werden, kritisiert die Gewerkschaft - ein tragfähiges Zukunftskonzept liege dagegen nicht vor. Auch Verhandlungsführer Akman nannte die bisherigen Überlegungen für eine Sanierung "ideenlos, unkreativ und eine Missachtung von 35.000 Beschäftigten und ihren Familien".

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Regional Braunschweig | 26.05.2020 | 07:30 Uhr

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