Stand: 17.03.2019 19:14 Uhr

Immer mehr Erbschaften gehen an das Land

Warum immer mehr Nachlässe an das Land Niedersachsen gehen, ist unklar.

Die Zahl der Erbschaften, die an das Land Niedersachsen fallen, ist erneut gestiegen. 2018 gingen 2.010 Nachlässe an das Land, wie das Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) mitteilte. Im Jahr 2017 waren es 1.964 gewesen und damit 224 mehr als im Jahr davor. Der Gesamtwert der Erbschaften sank allerdings von 5,99 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 5,55 Millionen im vergangenen Jahr.

Sterben mehr Menschen alleinstehend?

Die Gründe dafür, dass Nachlässe zunehmend an das Land gehen, sind unbekannt. "Vermutlich sterben vermehrt Personen, die keine nahen Angehörigen haben", sagte NLBL-Sprecherin Ute Stallmeister. "Zudem sind Nachlässe oft überschuldet, sodass die Angehörigen, wenn es welche gibt, die Erbschaft schneller ausschlagen als früher." Auch dass die Abwicklung von Nachlässen immer anspruchsvoller geworden sei, könne eine Rolle spielen. All das sei aber Spekulation.

Tiere, Waffen, Patente

Die sogenannten Fiskuserbschaften enthalten bei Weitem nicht nur Guthaben auf Konten. Fast alles sei denkbar, so Stallmeister: Gesellschaftsbeteiligungen, lebende Tiere, Markenrechte, Patente, Autos, Waffen, Gemälde, Schmuck, Goldbarren, Münzen und Antiquitäten. Immobilien seien ebenfalls darunter - und die könnten auch durchaus in Griechenland oder Portugal stehen.

Immobilien bringen hauptsächlich Aufwand

Für das Land bedeuten Immobilien meist mehr Ärger als Nutzen. "Nur mit hohem Aufwand lassen sich die Staatserbschaften verwalten und verkaufen", erklärte Stallmeister. Die Objekte stünden oft in strukturschwachen Gegenden mit geringer Nachfrage. Zudem seien sie meist mit Grundpfandrechten wie Hypotheken belastet - häufig über dem Verkehrswert. Der bauliche Zustand lasse in der Regel ebenfalls zu wünschen übrig. Manchmal müsse das Land jahrzehntelang Gebäude verwalten, die praktisch unverkäuflich seien.

Vieles wird versteigert

Der zuständige Landesliegenschaftsfonds versucht, möglichst alle Bestandteile eines Nachlasses zu verwerten. Erbstücke, die sich nicht verkaufen lassen, werden teilweise vernichtet. Aber vieles wird versteigert, auch Immobilien. Zuerst müssen mögliche Gläubiger bezahlt werden, anschließend kann das Land Eigenbedarf anmelden. Die Immobilien versteigert Niedersachsen über die Website des Landesliegenschaftsfonds und über Internet-Immobilienportale.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.03.2019 | 07:00 Uhr

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