Stand: 18.05.2020 12:35 Uhr

Imkerei wird immer mehr zum Hobby in der Stadt

Bienenstock. © NDR
In Niedersachsens Städten wird die Hobby-Imkerei immer beliebter. (Themenbild)

In Niedersachsen wächst die Zahl der Hobby-Imker in den Städten. Seit 2007 ist deren Zahl um fast 70 Prozent gewachsen. Im vergangenen Jahr gab es laut des niedersächsischen Agrarministeriums 13.792 organisierte Imker mit 93.353 Bienenvölkern. Rechnet man pro Volk mit rund 50.000 Bienen, schwirren allein durch Niedersachsen um die fünf Milliarden der Nutztiere - so viele sind es zumindest im Sommer.

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Eine Imkerin in der Stadt ist Astrid Zühl. In Hannover betreut sie seit rund drei Jahren zwei Bienenvölker im Garten der bischöflichen Kanzlei des evangelisch-lutherischen Landesbischofs. Ihre Bienen waren angesichst der schönen Frühlingstage und der zahlreich blühenden Kastanienbäume in Hannovers Südstadt bereits produktiv, wie sie sagt.

Imker leben am Rande der großen Städte

In Deutschland gibt es derzeit rund 130.000 Imker, die etwa 870.000 Bienenvölker halten - nur etwa 500 von ihnen sind Berufsimker. Damit liegt die Imkerei fast ausschließlich in der Hand der Hobby-Imker: Dasselbe gilt dem Ministerium zufolge auch für Niedersachsen. Die meisten Imker leben hier an den Stadträndern von Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg.

Gärten, Parks und Friedhöfe bieten Bienen Nahrung

Das liegt vor allem auch am Nahrungsangebot für die Bienen in den Städten. Nektar und Pollen seien in den Gärten, Parks oder Friedhöfen mit ihren zahlreichen Bäumen und Hecken besser und vor allem fast immer zu bekommen, erläutert der Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle, Werner von der Ohe. Hingegen werde auf dem Land die meiste Fläche landwirtschaftlich genutzt, was notwendig sei, aber zu weniger Pflanzenvielfalt führe. Zudem machen dort Pflanzenschutzmittel den Insekten zu schaffen - und diese Pestizide kämen zum Teil auch in den Honig, sagt Imkerin Zühl.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.05.2020 | 14:00 Uhr

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