Stand: 16.09.2019 20:13 Uhr

Im Schatten der Mörder: Justiz-Einsatzteam wird 40

Bei größeren Prozessen, wie dem Verfahren gegen Niels Högel, ist das Einsatzteam Niedersachsen vor Ort. (Archivbild)

Es ist bei allen großen Strafprozessen dabei, steht aber nie im Mittelpunkt: das Einsatzteam Niedersachsen. Die Beamten dieser Einheit führen Untersuchungshäftlinge aus den Zellen ins Gericht, nehmen ihnen die Handschellen ab und sichern den Prozess. Das Team besteht aus 28 Männern und drei Frauen mit der offiziellen Berufsbezeichnung Justizobersekretär im mittleren Dienst. Am Montag feierte die Truppe in Lastrup (Landkreis Cloppenburg) ihr 40-jähriges Bestehen.

Ein Mitarbeiter des Justiz-Einsatzteams im gericht.

Mobiles Justiz-Einsatzteam wird 40

Hallo Niedersachsen -

Die 31 Mitglieder des mobilen Einsatzteams in Niedersachsen führen Untersuchungshäftlinge aus den Zellen ins Gericht und sichern Porzessverhandlungen. Jetzt wird das Justiz-Team 40.

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Im direkten Kontakt mit Schwerverbrechern

Zum Einsatzteam Niedersachsen gehört auch Aldo Hertramph. Der 42-Jährige hat schon mit etlichen Mördern, Sexualstraftätern und Gewaltverbrechern zu tun gehabt. Auch den zu lebenslanger Haft verurteilten Patientenmörder Niels Högel führte er beim Prozess vor dem Oldenburger Landgericht regelmäßig in den Verhandlungssaal.

Schwere Ausrüstung schützt die Beamten

Die 31 Mitglieder des Einsatzteams erkennt man an ihrer schwarzen Uniform mit der Aufschrift "Justiz". Um die Hüfte tragen sie einen Spezialgürtel mit vielen Schlaufen und Taschen für Handschellen, Pfefferspray, Messer und Schlagstock - außerdem eine kugel- und stichsichere Weste. Insgesamt wiegt die Ausrüstung rund 13 Kilogramm. "Das ist notwendig für unseren Schutz", sagte Hertramph NDR 1 Niedersachsen.

Einsatz bei brisanten Prozessen

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Aldo Hertramph (vorne) hat schon viele Straftäter in den Gerichtssaal begleitet. (Archivbild)

Das Team sorgt in Gerichtssälen in ganz Niedersachsen für Sicherheit. Immer dann, wenn es brisant wird und das Medieninteresse groß ist: In Oldenburg beim Högel- und beim Holzklotz-Prozess, beim IS-Verfahren in Celle sowie beim "Maskenmann"-Prozess in Stade. Auch an seinen ersten großen Mordprozess erinnert sich Hertramph genau. "2001 hat ein damals 20-Jähriger in einer Arztpraxis in Melle zwei Arzthelferinnen erschossen", erzählt er. "Den Prozess vor dem Osnabrücker Landgericht habe ich über mehrere Monate begleitet. Das ging mir schon nahe. Ich bin halt hinter der Dienstkleidung auch nur ein Mensch."

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 16.09.2019 | 19:30 Uhr

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