Stand: 09.09.2020 08:49 Uhr

IHK: Corona kein großer Ausbildungs-Hemmer

Jugendliche in der handwerklichen Berufsausbildung. © Fotolia.com Foto: industrieblick
Laut der IHK in Niedersachsen sind noch rund 4.000 Lehrstellen unbesetzt. (Themenbild)

Niedersachsens Ausbildungsmarkt entspannt sich offenbar. "Die Lage ist schwierig, aber inzwischen robust. Im Vergleich zum Juni haben wir gut aufgeholt, und im September laufen noch Verträge ein", sagte Maike Bielfeldt, Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen (IHKN). Im zweiten Quartal hatten 23 Prozent der befragten Unternehmen noch mitgeteilt, dass sie weniger Stellen anbieten würden. "Der Ausbildungsmarkt ist stark in Bewegung", so Bielfeldt. Auf 51.700 Lehrstellen kämen im August 47.900 Bewerber.

Wichtige Faktoren: G9 und Attraktivitätsverlust

Die Sorge der Kammer, dass sich die Corona-Krise stark auf das Ausbildungsplatzangebot auswirkt, habe sich nicht bestätigt. Der Corona-Effekt sei zu einem geringen Teil für den Rückgang - die Zahl der Neuverträge liege um 14,2 Prozent unter dem Vorjahreswert - verantwortlich, so Bielfeldt. "Corona hat nicht den gesamten Ausbildungsmarkt blockiert, wir sind nur zwei Monate zeitverzögert", sagte Bielfeldt. Wichtigere Faktoren seien die Rückkehr zu G9 und damit verbunden weniger Schulabgänger sowie der Umstand, dass die Berufsausbildung an Attraktivität verliere. In vielen Betrieben gebe es immer noch mehr angebotene Lehrstellen als Bewerber.

Großer Rückgang im Gastgewerbe

Ein großer Rückgang sei vor allem in kaufmännischen Berufen zu verzeichnen. Dieser betrage 17,2 Prozent, was in hohem Maße auf die Krisensituation im Gast- und Veranstaltungsgewerbe (-32,9 Prozent) zurückzuführen sei. Zum Vergleich: Bei technischen Berufen liege der Rückgang bei 7,8 Prozent.

Komplizierte Corona-Ausbildungsförderungen

Das Corona-Prämienprogramm des Bundes zur Förderung ausbildender kleiner und mittlerer Unternehmen sei wichtig. Es laufe bisher eher schleppend an, meinte IHKN-Bildungsexperte Volker Linde. Die Nachweispflichten seien umfangreich. "Da hat man schon einiges zu tun, bis man das Geld bekommt." Viele Betriebe warteten lieber ab, bis sie wüssten, wie viele Azubis sie in diesem Jahr genau einstellen könnten. Ein ergänzendes Programm des Landes Niedersachsen im Umfang von 18 Millionen Euro soll laut den Kammern in Fällen aushelfen, in denen die Bundeshilfen nicht greifen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2020 | 10:00 Uhr

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