Stand: 12.01.2018 15:10 Uhr

IG Metall zufrieden mit Warnstreik-Welle

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen hat die IG Metall am Freitag ihre Warnstreik-Serie fortgesetzt. Nach Angaben der Gewerkschaft erreichte die Beteiligung mit mehr als 5.500 Beschäftigten aus 28 Betrieben ihren bisherigen Höchststand. Zu Arbeitsniederlegungen kam es unter anderem in Hildesheim, Uelzen, Osnabrück, Diepholz, Salzgitter, Einbeck, Göttingen und Goslar. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeberseite bietet zwei Prozent an. Der nächste Verhandlungstermin ist am kommenden Dienstag. Laut IG Metall werden dann zahlreiche Beschäftigte vor dem Verhandlungshotel demonstrieren.

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VW-Haustarif: Angebot vom Unternehmen - Kritik von Osterloh

Auch bei Volkswagen ringen Unternehmen und Gewerkschaften derzeit um einen Tarifvertrag. Bei den Verhandlungen für die rund 120.000 Beschäftigten hat VW am Donnerstag ein Angebot vorgelegt. Dies sehe vor, die Entgelte ab Mai um zwei Prozent anzuheben - mit einer Laufzeit von zwölf Monaten, sagte VW-Verhandlungsführer Martin Rosik nach der zweiten Verhandlungsrunde in Hannover. Zusätzlich sei für Februar bis April eine Einmalzahlung von 200 Euro vorgeschlagen worden. Der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh kritisierte das Angebot. "Das werden wir nicht mitmachen. Das ist eine Steilvorlage für die ersten Warnstreiks nach Auslaufen der Friedenspflicht Ende Januar", sagte er. Die Gespräche wurden ergebnislos vertagt.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

Warnstreik bei der Meyer Werft

Im Tarifkonflikt der Metallindustrie gibt es bereits seit Anfang der Woche Warnstreiks. Am Donnerstag fanden unter anderem Aktionen in Göttingen, Oldenburg, Salzgitter, in der Region Hannover und in Wolfsburg statt. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich allein bei der Papenburger Meyer Werft etwa 1.500 Beschäftigte an dem Ausstand.

Am Mittwoch hatten nach Gewerkschaftsangaben landesweit mehr als 4.000 Metaller zeitweise die Arbeit niederlegt. "Die enorme Beteiligung übertrifft sogar noch unsere Erwartungen. Damit senden die Beschäftigten ein klares Signal an die Arbeitgeber: Wir meinen es ernst", sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger.

Forderung: Mehr Geld und flexiblere Arbeitszeiten

Die Gewerkschaft fordert neben sechs Prozent mehr Gehalt einen individuellen Anspruch der Beschäftigten auf bezahlte Familien- oder Pflegeteilzeit. Arbeitnehmer sollen ihre wöchentliche Arbeitszeit zeitweise auf bis zu 28 Stunden reduzieren können. Die Arbeitgeber hatten in der vergangenen Woche damit gedroht, gegen die Warnstreiks klagen zu wollen. Ihrer Ansicht nach ist die Forderung nach einem finanziellen Ausgleich ohne Arbeitsleistung rechtswidrig - und damit auch die Warnstreiks, würden sie sich auf diese Forderung beziehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.01.2018 | 10:00 Uhr

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