Stand: 18.06.2021 10:00 Uhr

Hurricane-Festival 2021: Trostbonbon für die Fans

von Marcel Stober
Besucher des Hurricane Festivals werfen Konfetti.  Foto: Benjamin Hüllenkremer
2021 wird wieder ein konfettiloses Jahr. Das Hurricane-Festival wurde schon im März auf 2022 verschoben.

Schon wieder kein Hurricane-Festival. Schon wieder keine Party mit 70.000 enthusiastischen Besuchern, schon wieder keine drei Tage Ausnahmezustand in Scheeßel. Grund ist weiterhin der Ausnahmezustand der Welt: Corona und die damit verbundenen Verordnungen machen eine Großveranstaltung wie das Hurricane unmöglich. Bereits im März wurde die Veranstaltung deswegen abgesagt. Der Veranstalter FKP Scorpio veröffentlicht nun eine dreiteilige Dokumentation, die sein Team in dem Mittelpunkt stellt. Teil eins ist seit Mittwoch online und zeigt, wie die Branche mit der Krise umgeht. Teil zwei und drei sind dann auf den YouTube-Kanälen des Southside-Festivals (ab 30. Juni) und des Deichbrands (ab 19. Juli) verfügbar. Außerdem kündigt Geschäftsführer Stephan Thanscheidt noch Überraschungen für dieses Wochenende an, an dem das Hurricane-Festival eigentlich stattfinden sollte.

Hurricane 2020 virtuell weiter abrufbar

Schon 2020 musste das Hurricane Festival ausfallen. Zusammen mit NDR und ARTE wurde damals ein virtuelles Festival produziert. Am Ende entstanden zwei Fernsehsendungen mit aktuellen Talks, Rückblicken auf vergangene Highlights und Kochtipps für Festivalbesucher. Außerdem wurden am Hurricane-Wochenende ungefähr 30 Stunden lang Konzerte der Vorjahre im Livestream gezeigt. Auf eine virtuelle Lösung setzt Thanscheidt in diesem Jahr nicht: "Wir hatten nicht das Gefühl, dass wir nach dem großen Erfolg der Hurricane Home Edition im vergangenen Jahr noch einen Mehrwert hätten schaffen können. Außerdem beobachten wir eine gewisse Müdigkeit in der Bevölkerung, was Livestreaming angeht - auch deshalb haben wir uns in diesem Jahr für einen anderen Weg entschieden." Die Liveauftritte des Hurricane virtuell 2020 von Bosse, den Leoniden, Grossstadtgeflüster und dem #HurricaneSwimTeam sind weiterhin online abrufbar.

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Sänger Jakob Amr von der Kieler Band Leoniden beim Virtual Hurricane 2020.  Foto: Benjamin Hüllenkremer

Hurricane 2020 virtuell: Die Auftritte als Videos

Die Auftritte des #HurricaneSwimTeam, von Grossstadtgeflüster, Bosse und der Leoniden des Hurricane 2020 zum Nachgucken. mehr

Tickets aus 2020 und 2021 auch fürs kommende Jahr gültig

Seit Mai sind die Infektionszahlen in ganz Deutschland zwar stark rückläufig und die Impfkampagne sorgt für mehr Schutz, aber ein Großevent wie das Hurricane braucht lange im Voraus Planungssicherheit. Deshalb sei die Absage im März unumgänglich gewesen. Man habe an einem tragfähigen Schutzkonzept gearbeitet, dessen Wahrscheinlichkeit aber seit Jahresbeginn immer weiter gesunken sei, sagt Thanscheidt: "Die Entwicklung des Infektionsgeschehens inklusive der Mutationen im Frühjahr hat konkrete Planungen immer schwieriger gemacht, und letztendlich haben wir uns dann Anfang März sehr früh für eine Verlegung des Hurricane entschieden, um für unsere Acts und Gäste endlich Klarheit zu schaffen." Tickets aus dem Jahr 2021 sind auch für 2022 gültig, genauso die aus 2020, wenn sie auf 2021 umgeschrieben wurden. Außerdem sind weitere aktuell im Vorverkauf erhältlich. Das Hurricane 2022 findet vom 17. bis 19. Juni statt.

Veranstaltungsbranche mit der Politik im Austausch

Stephan Thanscheidt, CEO von FKP Scorpio und Veranstalter von Hurricane und M'era Luna in Lüneburg. © Geisler-Fotopress Foto: Rudi Keuntje/Geisler-Fotopress
Stephan Thanscheidt von FKP Scorpio arbeitet an Lösungen, wie Großveranstaltungen stattfinden können.

Im Vorfeld gab es einige Gespräche mit der Politik, wie das Festival hätte stattfinden können. Mit dabei war auch Stephan Thanscheidt, der außer Geschäftsführer von FKP Scorpio auch Vorstandsmitglied im Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft ist. "Die Politik musste unsere Branche sicherlich erst einmal kennen lernen", sagt er. "Anfangs war ohne Frage noch wenig Wissen über uns und unsere Arbeit vorhanden - aber auch die Bereitschaft, uns zuzuhören." Die Veranstaltungsbranche habe trotz ihrer rund anderthalb Millionen Mitglieder keine große Lobby, da sie schon immer sehr selbstständig agiert habe und jetzt erstmals auf die Hilfe der Politik angewiesen sei, so Thanscheidt: "Bezogen auf unsere Festivals haben wir schon vor über einem Jahr begonnen, im Verbund mit mehreren namhaften Veranstaltern und Experten an Konzepten zu arbeiten, die Großveranstaltungen unter freiem Himmel sicher durchführbar gemacht hätten. Dafür in der Hochphase der Pandemie Gehör zu finden, war allerdings schwierig - wofür ich prinzipiell Verständnis habe. Die Sicherheit unserer Gäste ist auch für uns das Allerwichtigste."

Kein Hurricane, aber Pangea-Festival und Airbeat One geplant

Das Bild zeigt feiernde Gäste auf dem Airbeat One Festival in Neustadt-Glewe © NDR / N-JOY / Benjamin Hüllenkremer Foto: Benjamin Hüllenkremer
Das Airbeat One in Neustadt-Glewe ist geplant. Ob es auch stattfindet, bleibt unsicher.

Dennoch gibt es Festivals, die im Jahr 2021 stattfinden sollen. Dafür hat die Politik eine Ausfallversicherung auf den Weg gebracht, die für Großveranstaltungen gilt, die ab dem 1. September geplant werden. Für eine Reihe an Sommerfestivals, wie auch das Hurricane, zu spät. Thanscheidt meint aber: "An der Tatsache, dass sie wohl ohnehin nicht hätten stattfinden können, ändert das natürlich nichts." In Mecklenburg-Vorpommern gilt so ein Sicherungsfonds bereits. Deshalb rechnen auch die Veranstalter des Pangea-Festivals und des Airbeat One weiterhin damit, dass ihre Großveranstaltungen stattfinden. Das Pangea in Ribnitz-Damgarten soll als Pilotprojekt durchgeführt werden. Beim Airbeat One gibt es noch einige Fragezeichen. 180.000 Menschen - und damit so viele wie gewohnt - sollen durch eine Teststrategie beim Elektro-Festival vom 8. bis 12. September in Neustadt-Glewe feiern können. Noch fehlt aber die Genehmigung. Stephan Thanscheidt drückt "den Kolleginnen und Kollegen natürlich in jedem Fall die Daumen, dass es klappt."

Veranstalter rechnen mit normalem Hurricane 2022

Bei FKP Scorpio plant man natürlich schon für das Hurricane 2022. Ein Großteil der Acts, die bereits 2020 auftreten sollten und auf 2021 verschoben wurden, soll 2022 nun wirklich in Scheeßel auftreten können. "Für das kommende Jahr rechnen wir fest mit der Rückkehr zur Normalität, auch wenn wir natürlich mit Hygiene- und Abstandsregeln planen", sagt Thanscheidt. "Wir sind froh und dankbar, dass die Reise, die wir vor mehr als einem Jahr gemeinsam mit unseren Acts und Gästen angetreten haben, dann endlich ihr Ziel erreicht." Er habe die Solidarität aus der Veranstaltungsbranche und der Gesamtbevölkerung gespürt und freue sich jetzt, bald gemeinsam darauf anzustoßen.

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Steve Aoki auf dem Hurricane Festival 2019 in Scheeßel. © N-JOY / NDR / Benjamin Hüllenkremer Foto: Benjamin Hüllenkremer

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Bosse spielt unplugged beim Virtual Hurricane 2020.  Foto: Benjamin Hüllenkremer

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 18.06.2021 | 19:30 Uhr

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