Stand: 01.07.2018 13:33 Uhr

Hunderttausende melden ihre Hunde nicht an

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Auch fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes melden viele Halter ihre Hunde nicht an. (Themenbild)

Wer in Niedersachsen seinen Hund nicht registrieren lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. So steht es im Hundegesetz, das vor genau fünf Jahren in Kraft getreten ist - am 1. Juli 2013. Das Land will alle in Niedersachsen gehaltenen Hunde erfasst wissen, um zum Beispiel Halter schnell ausfindig zu machen, wenn ein Hund auffällig geworden ist. Doch offenbar melden immer noch Hunderttausende Besitzer ihre Tiere nicht an.

Im Gratis-Register stehen 217.000 Hunde mehr

360.000 Hunde stehen im offiziellen - gebührenpflichtigen - Melderegister, wie das Verbraucherschutzministerium mitteilt. Es gibt aber auch ein kostenfreies Register des Tierschutzvereins "Tasso", und dort sind laut Sprecherin Laura Simon mehr als 577.000 Hunde zu finden. "Tasso" hilft zum Beispiel dabei, entlaufene Tiere Besitzern zuzuordnen.

"Rein ordnungspolitische Maßnahme"

Halter müssen eine Haftpflichtversicherung für ihren Hund abschließen und ihm einen Chip einpflanzen lassen. Doch der Tierschutzverein Hannover bekomme zahlreiche Hunde ohne Chip zu sehen, sagt Tierschutz-Berater Arvid Possekel. "Viele Besitzer wissen gar nicht, dass sie ihren Hund registrieren lassen müssen." Andere scheinen sich schlicht zu weigern. Das könne daran liegen, dass die kostenpflichtige Registrierung für die Halter selbst keinen Nutzen habe, sagt Sprecherin Simon: "Sie ist eine rein ordnungspolitische Maßnahme."

Tierschutzverein lobt Hundegesetz

Das Ministerium hofft durch das Melderegister auf Erkenntnisse über die Gefährlichkeit von Hunden im Zusammenhang mit Rasse, Alter und Geschlecht. Ein verbesserter Tierschutz ist ebenso Ziel wie die Prävention von Angriffen durch Hunde. "Es ist das beste Hundegesetz, das es in Deutschland gibt", findet Arvid Possekel vom Tierschutzverein. Er lobt, dass das Gesetz bestimmte Rassen nicht automatisch als gefährlich einstuft und Halter mit einem Hundeführerschein ihre Sachkenntnis nachweisen müssen. Possekel wünscht sich, dass als gefährlich eingestufte Hunde die Möglichkeit zur Rehabilitierung bekommen. Ansonsten lobt er das Gesetz - nun müssen aber eben noch die Hundehalter mitziehen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.07.2018 | 12:00 Uhr

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