Stand: 26.09.2018 21:34 Uhr

Hunderte Millionen Euro Schäden durch Dürre

Die anhaltende Trockenheit im Sommer hat Niedersachsens Land- und Fortwirtschaft schwer zugesetzt: Nach Angaben von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) belaufen sich die Schäden von Landwirten und Waldbesitzern im Land auf insgesamt mehrere hundert Millionen Euro. In der Landwirtschaft hätten rund 2.000 Betriebe Anspruch auf Entschädigung. Die Gesamthöhe des Schadens in diesem Bereich bezifferte Otte-Kinast auf rund 80 Millionen Euro. Davon solle die Hälfte ausgeglichen werden.

Unterstützung, wo Existenz bedroht ist

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Kriterien für Dürre-Hilfen in der Landwirtschaft

Agrarministerin Otte-Kinast hat einen Kriterienkatalog für Dürre-Hilfen an Landwirte vorgelegt. Die entsprechende Rede der Ministerin gibt es hier zum Download. Download (139 KB)

"Die Eckpunkte für die Dürrehilfe sehen vor, dass die Unterstützung auf existenzbedrohte Betriebe konzentriert wird", sagte die Ministerin am Mittwoch im Landtagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. "Die Auszahlung soll möglichst schnell erfolgen, in Form einer Abschlagszahlung möglichst noch in diesem Jahr." Noch ist unklar, wer wie viel zahlt: Die von der Trockenheit betroffenen Bundesländer stimmen sich derzeit mit dem Bund darüber ab, wie die Ausgleichszahlungen aufgeteilt werden.

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300 Millionen Euro Waldschäden in Niedersachsen

"Die Dürre hat nicht nur die Landwirtschaft mit katastrophaler Wucht getroffen, auch unser Wald hat erheblich unter Dürre und Trockenheit in diesem Jahr gelitten", sagte Otte-Kinast. Bereits der regenreiche Herbst 2017 und mehrere Stürme hatten hohe Schäden in den Wäldern verursacht. Die Ministerin sprach von Ertragseinbußen, Zuwachsminderungen, Zwangsnutzungen und Ausfällen bei Naturverjüngungen und Aufforstungen. "Erste Schadensschätzungen gehen in Niedersachsen von nahezu 300 Millionen Euro aus."

Holzpreise fallen, Käferbefall droht

Waldbesitzern drohten außerdem weitere Folgen des extremen Wetters: Ein Überangebot an Holz habe die Preise stark fallen lassen. Hinzu komme die Ausbreitung von Pilzen und Insekten - Ausmaß unbekannt: "Schwärme von Borkenkäfern sind in der Lage, neben dem Sturmholz auch gesunde, durch Trockenheit gestresste Bestände zu befallen", sagte die Ministerin.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 26.09.2018 | 18:00 Uhr

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