Schüler und Lehrer mit Mund-Nasen-Schutz im Unterricht. © dpa-Bildfunk Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Homeschooling: Kommunen können Laptops für Schüler kaufen

Stand: 17.10.2020 10:53 Uhr

Wie geht der Schulbetrieb nach den Herbstferien weiter? Kommunen können mit Fördergeldern Tablets und Laptops für bedürftige Kinder kaufen. Die Maskenpflicht im Unterricht ist eine ernsthafte Option.

Die Digitalisierung in den Schulen hat in Niedersachsen erhöhten Nachholbedarf, wie das sogenannte Homeschooling in der Corona-Krise vor den Sommerferien gezeigt hat. Land und Bund wollen mit einem Sonderprogramm gegensteuern und haben 52 Millionen Euro für Tablets und Laptops bereitgestellt. Profitieren sollen Kinder aus einkommensschwachen Familien, die sich keine eigenen Geräte leisten können. Mehr als 49 Millionen Euro hat das Kultusministerium nach eigenen Angaben den Kommunen bewilligt, letzte Anträge werden abgearbeitet, hieß es. "Wir freuen uns, dass wir damit so schnell einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit leisten konnten", sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Allerdings müssten die Schüler noch etwas auf die Geräte warten - wegen strenger Vergaberegeln benötige die Anschaffung Zeit.

Tonne stellt kommende Woche Pläne für Schulbetrieb vor

Offen ist derzeit, unter welchen Bedingungen der Unterricht für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte nach den Herbstferien am 26. Oktober beginnt. Steigende Infektionszahlen im Land gestalten einen geregelten Schulalltag schwierig. Mitte kommender Woche will Kultusminister Tonne die Pläne der Landesregierung vorstellen. Die Einführung einer Maskenpflicht im Unterricht sei "natürlich eine denkbare Option", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Derzeit werden Kriterien für mögliche Unterrichtsszenarien geprüft, so der Sprecher.

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Je nach Infektionslage drei Szenarien möglich

Neben dem Szenario A mit einem eingeschränkten Regelbetrieb, der bis zu den Herbstferien lief, hat das Ministerium auch Vorkehrungen für ein Szenario B mit einer Kombination aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause vorgesehen. Diese Variante war vor den Sommerferien zum Tragen gekommen. Außerdem gibt es noch das Szenario C mit lokalen oder landesweiten Schulschließungen. "Es ist im Prinzip alles offen", sagte der Sprecher. Wenn irgend möglich, solle aber an einem Präsenzunterricht festgehalten werden.

Hygieneplan wird überarbeitet

Überarbeitet wird unterdessen der Rahmenhygieneplan für die Schulen, der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus vorgibt. Diese sollen für den Herbst- und Winterbetrieb angepasst werden. Dabei spielt insbesondere regelmäßiges Lüften eine wichtige Rolle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.10.2020 | 16:00 Uhr

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