Hohe Energiepreise werden für die Tafeln zum Problem

Stand: 13.11.2021 07:25 Uhr

Die Corona-Krise hat auch die niedersächsischen Tafeln hart getroffen. Nun zeichnet sich das nächste Problem ab: Die Tafeln leiden unter den hohen Kosten für Benzin, Strom, Öl und Gas.

von Birgit Stamerjohanns

In der Corona-Pandemie hatten von 107 Einrichtungen, die im Landesverband Niedersachsen/Bremen organisiert sind, 55 ihren Betrieb zeitweise eingestellt. Mittlerweile sind alle Versorgungsstellen für Bedürftige wieder geöffnet. Doch die steigenden Energiekosten stellen die Betreiber vor neue Herausforderungen.

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"Tafeln kommen an ihre Grenzen"

"Allein für unsere Kühlcontainer zahlen wir im Monat rund 220 Euro an Strom", sagt der Landesvorsitzende Manfred Jabs, der auch erster Vorsitzender der Tafel Bremerhaven ist. Dazu komme die Gebäudemiete von 1.800 Euro, außerdem das Benzin für die Fahrzeuge, mit denen die Waren von Supermärkten, Fabriken und Bäckereien abgeholt werden. "Die Preissteigerungen sind ein großes Problem, da kommen wir landesweit langsam an unsere Grenzen", so Jabs.

Bis zu 120 Familien nutzen Tafel in Delmenhorst

Bei der Delmenhorster Tafel hat man jetzt Konsequenzen gezogen: Ab dem kommenden Jahr müssen Familien bei ihrem Einkauf für jedes Kind 1,50 Euro statt wie bisher einen Euro zahlen. Der Preis für Erwachsene bleibt weiterhin bei drei Euro. "Wir müssen die Preise anpassen, weil wir sonst nicht über die Runden kommen", sagt Michael Adam von der Delmenhorster Tafel. Die Einrichtung ist an drei Tagen in der Woche geöffnet, bis zu 120 Familien decken sich dann mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und auch Kleidung ein. Immerhin zahlt die Stadt Delmenhorst einen Zuschuss zur Miete, außerdem dürfen die Mitarbeitenden der Tafel die oft großen Mengen Biomüll kostenlos entsorgen. Ansonsten finanziert sich die Einrichtung ausschließlich durch die Zahlungen der Kunden und durch Spenden.

700 Euro im Monat für eine sechsköpfige Familie

Auch die Kundinnen und Kunden, die bei der Delmenhorster Tafel einkaufen, beobachten die steigenden Energie- und auch Lebensmittelkosten mit Sorge. Viele fürchten die nächsten Nebenkostenabrechnungen und versuchen bereits, Geld zur Seite zu legen. "Uns bleiben im Monat 700 Euro zum Leben", sagt eine Delmenhorsterin, die Hartz-IV-Leistungen bezieht. Ohne die Tafel würde das Geld für sie, ihren Mann und die vier Kinder niemals zum Einkaufen reichen. "Die meisten unserer Kunden sind dringend auf unser Angebot angewiesen und sehr dankbar", so Manfred Jabs.

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Hallo Niedersachsen | 13.11.2021 | 19:30 Uhr

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