Stand: 07.11.2017 10:55 Uhr

Heiligabend bleiben die meisten Geschäfte zu

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Weil Heiligabend in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, dürfen in Niedersachsen nur wenige Läden öffnen.

Kurz vor der Bescherung mal eben noch eine Weihnachtsgans im Supermarkt kaufen? Das wird am kommenden Heiligabend zumindest in Niedersachsen schwierig. Kunden müssen sich vielerorts auf geschlossene Ladentüren einstellen. Normalerweise gilt: Bis 14 Uhr haben die Geschäfte auf. Doch in diesem Jahr fällt der 24. Dezember auf den vierten Adventssonntag - und da gelten in Niedersachsen besondere Regelungen. Weil es von denen aber auch Ausnahmen gibt, könnte bei einigen Händlern der Einkauf trotzdem möglich sein.

Wer unrechtmäßig öffnet, muss Bußgeld zahlen

Zwar gibt es ein bundesweites Gesetz über den Ladenschluss, das grundsätzlich auch dem Lebensmittelhandel erlaubt, an Heiligabend für drei Stunden und bis maximal 14 Uhr zu öffnen. Doch für die genauen Regelungen sind die Ländergesetze zum Ladenschluss bindend. Während etwa in Nordrhein-Westfalen Geschäfte auch dann öffnen dürfen, wenn der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt, verbietet das Niedersächsische Gesetz über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten (NLöffVZG) das für die meisten Händler. Laut Niedersächsischem Sozialministerium wäre auch ein verkaufsoffener Sonntag nicht zulässig, weil es sich um einen Adventssonntag handelt. Wer trotzdem öffnet, der muss mit Bußgeldern rechnen.

Kleine Händler dürfen verkaufen

Ein paar Sonderrechte gewährt der Gesetzgeber in Niedersachsen allerdings:

  • Apotheken, Tankstellen oder auch Verkaufsstellen an Bahnhöfen und Flughäfen dürfen am Sonntag beispielsweise ganztägig öffnen.
  • Für drei Stunden dürfen Geschäfte öffnen, die Waren des täglichen Kleinbedarfs anbieten und deren Ladenfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist. Allerdings auch nur außerhalb der Gottesdienstzeiten und nur bis 14 Uhr.
  • In Kur- und Erholungsorten, anerkannten Ausflugsorten sowie Wallfahrtsorten sind sogar acht Stunden Ladenöffnung zulässig.

Zum täglichen Kleinbedarf zählen unter anderem Bäckereiwaren, Blumen und Pflanzen in kleinen Mengen, Hygieneartikel, Andenken, Spielzeug und Geschenkartikel von geringem Wert aber auch Lebens- und Genussmittel.

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Einzelhandelsriesen fordern bis zu 20 verkaufsoffene Sonntage im Jahr, doch für kleinere Läden ist das logistisch kaum vorstellbar - und auch die Gewerkschaften sträuben sich. Video (03:08 min)

Edeka und Aldi: Viele Märkte bleiben zu

Einige Handelsgruppen wie Rewe und die dazugehörige Penny-Gruppe wollen das auch nutzen. Die eigenen Filialen sollen zwar geschlossen bleiben, sagt ein Sprecher der Rewe-Gruppe dem NDR. Die selbstständigen Händler dürften aber öffnen, sofern die Ladenfläche nicht zu groß ist. Gleichesgilt auch für Edeka-Märkte. Die Edeka-Filialen von Wucherpfennig in Hannover und Görge in Braunschweig bleiben dagegen zu. So auch die Aldi-Märkte. Lidl hat sich dazu noch nicht geäußert. Ein Händler aus Hildesheim würde Heiligabend gerne aufmachen, will vorher aber noch seine Angestellten befragen, ob sie mitziehen.

Gewerkschaft: Öffnung am Sonntag "unsäglich"

Die Gewerkschaft ver.di ist gegen die Ladenöffnung an diesem Heiligabend. Deswegen sei es auch grundsätzlich gut, dass das Niedersächsische Gesetz hier weniger Möglichkeiten lässt, sagt Sabine Gatz vom ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen. Trotzdem gebe es noch zu viel Spielraum für Händler. "Die Grundhaltung ist das Problem", sagt Gatz. So sei es "unsäglich", nur zu öffnen, weil einige es nicht hinbekämen, am Samstag ihre Einkäufe zu erledigen - und weil manche Händler ihren Umsatz steigern wollen. "Im Einzelhandel arbeiten schließlich bis zu 80 Prozent Frauen", so die ver.di-Sprecherin. "Die wollen an Heiligabend auch gerne bei ihrer Familie sein und das Fest vorbereiten." Die Gewerkschaft ruft deshalb sogar zu einem Einkaufs-Verzicht für den 24. Dezember auf.

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Sonntagsöffnung: OVG kippt Verbot

Die Geschäfte in Georgsmarienhütte, Lingen und Meppen dürfen am Sonntag doch öffnen. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kippte ein Verbot durch das Verwaltungsgericht Osnabrück. (05.05.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 07.11.2017 | 09:45 Uhr

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