Stand: 03.05.2019 11:03 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Hausarztmangel in Niedersachsen besonders groß

Die Versorgung mit Hausärzten in Niedersachsen ist im Bundesvergleich mit am schlechtesten. Wie aus den Zahlen des Bundesarztregisters von Ende des vergangenen Jahres hervorgeht, gab es in Niedersachsen 65,7 niedergelassene Hausärzte pro 100.000 Einwohner. Brandenburg und Baden-Württemberg lagen mit 65,6 Hausärzten pro 100.000 Einwohner etwa gleichauf. Noch weniger waren es in den Ärztebezirken Westfalen-Lippe, in Hessen und Sachsen-Anhalt. Die höchste Dichte an Hausärzten gibt es nach Bayern in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen.

Allgemeinmediziner im Schnitt 52 Jahre alt

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) befinden sich die 355 unbesetzten Hausarztsitze vor allem in ländlichen Regionen. "Allgemein ist die Arztdichte in den Städten besser mit Ausnahme von Wolfsburg", sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke. Besonders rund um Leer und Delmenhorst werden dringend Ärzte gesucht, wie NDR 1 Niedersachsen bereits im Januar berichtete. Auch im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und im Landkreis Cuxhaven fehlen demnach zahlreiche Hausärzte. Verschärfend kommt hinzu, dass die niedersächsischen Allgemeinmediziner im Schnitt 52 Jahre alt sind - in den kommenden Jahren gehen somit rund 1.000 Hausärzte in den Ruhestand. Aus der Ärztestatistik geht zudem hervor, dass 15,6 Prozent der Hausärzte in Niedersachsen älter als 65 Jahre sind.

Aus Praxismitarbeitern werden Arzt-Assistenten

Das Land hatte bereits eine Aufstockung der Medizinstudienplätze angekündigt. Und einige Landkreise versuchen mit speziellen Projekten, dem Mangel entgegenzuwirken. Im Emsland startet im Herbst ein dualer Studiengang, bei dem sich Praxismitarbeiter zu Arzt-Assistenten ausbilden lassen können. Die Mitarbeiter dürften dann zum Beispiel Ultraschallbilder machen. Und im Heidekreis sollen mit dem Modell "Landpartie" Medizinstudenten durch Praktika bei Landärzten angelockt werden.

Landtag befasst sich mit Ärztemangel

Auch der Landtag befasst sich seit Jahresbeginn mit dem Ärztemangel und hat eine 27-köpfige Kommission eingerichtet. Sie soll etwa klären, was getan werden kann, wenn Ärzte fehlen, wenn Wege und Wartezeiten immer länger werden. Die KVN fordert weiterhin eine Landarztquote, um ausreichend Nachwuchs zu gewinnen. Dabei würde ein gewisser Anteil an Plätzen an diejenigen vergeben werden, die sich verpflichten, sich später in einem unterversorgten ländlichen Gebiet niederzulassen. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sperrt sich allerdings gegen die Quote, die Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Landtagswahlkampf angeregt hatte.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 06.04.2019 | 19:30 Uhr

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