In einer U-Bahn-Station in Hannover liegt ein Obdachloser unter einer Decke. © dpa/picture alliance Foto: Barbora Prekopova

Hannover: Wohnungslose wünschen sich mehr Unterstützung

Stand: 20.09.2021 17:23 Uhr

Wohnungslose Menschen in Hannover wünschen sich einer Befragung zufolge mehr Unterstützung bei der Suche nach einer festen Bleibe. Auch sprachliche Unterstützung ist ein Anliegen.

Als Gründe, warum sie in Notunterkünften oder auf der Straße leben, nannten die Befragten hohe Mieten, eigene Schulden sowie die Ablehnung, die Vermieter ihnen entgegenbrächten, teilte die Stadt Hannover am Montag mit. Fast drei Viertel der Betroffenen sind demnach auf der Suche nach einer Wohnung. Zwei Drittel der befragten Wohnungslosen wünschten sich Hilfe bei der Wohnungssuche, ein Viertel auch sprachliche Unterstützung. Zudem waren in der Corona-Pandemie auch medizinische Versorgung (44 Prozent), Unterkünfte mit Einzelzimmer (42 Prozent) und Plätze etwa für Sucht- oder Psychotherapie (31 Prozent) gefragt. 331 Wohnungslose nahmen an der Befragung der niedersächsischen Landeshauptstadt teil, überwiegend alleinstehende Männer im Alter von 35 bis 54 Jahren.

Stadt prüft Verstärkung der Straßensozialarbeit

"Wohnraum und Unterbringungsangebote schaffen - diesen Weg werden wir mit Hochdruck weitergehen", kündigte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) an. Handlungsbedarf gebe es auch beim Thema Mehrsprachigkeit. Sozialdezernentin Sylvia Bruns zufolge wird eine Verstärkung der Straßensozialarbeit geprüft.

Stiftungen setzen auf "Housing First"-Modell

Ergebnisse des sogenannten Bürger*innen-Panels, eines repräsentativen Beteiligungsinstruments mit rund 1.600 Teilnehmenden, zeigen zudem, dass es 90 Prozent der Befragten für wichtig oder sehr wichtig halten, wohnungslosen Menschen Hilfe anzubieten. Diese Hilfe kommt bereits zum Teil auch von mehreren Stiftungen, die etwa mit dem "Housing First"-Modellprojekt Obdachlose von der Straße holen wollen. Dabei geht es darum, kleine Wohnungen an bislang wohnungslose Menschen zu vermieten - ohne Bedingungen, aber mit festem Mietvertrag. In den Wintermonaten gab es zuletzt auch befristete Unterbringungen in Hotels. Viele Wohnungslose mieden Sammelunterkünfte auch schon vor der Corona-Pandemie - wegen fehlender Privatsphäre und Gewalt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.09.2021 | 16:00 Uhr

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Sozialpolitik

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