Stand: 03.01.2020 08:30 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Handyvideo zeigt offenbar Böllerattacke auf Schule

Zwei Feuerfehrleute an einem Einsatzfahrzeug. © colourbox
Bei Randale in einer Schule in Wolfsburg wurden auch Rettungskräfte angegriffen. (Themenbild)

Nach den Übergriffen auf Polizeibeamte in der Silvesternacht in Wolfsburg ist ein Video aufgetaucht, das einen Teil der Gewalteskalation an dem Schulkomplex im Stadtteil Westhagen zeigen soll. In einer etwa 80-sekündigen Handyaufnahme sind junge Menschen zu sehen, die Böller und Raketen durch eingeschlagene Fensterscheiben in ein Gebäude werfen. Explosionen und Flammen lodern in einem Zimmer, dazu sind klirrende Scheiben und Gelächter zu hören. Bei den Aufnahmen soll es sich laut der Nachrichtenagentur NonstopNews um die Vorfälle in der Silvesternacht in Wolfsburg handeln, infolgedessen durch den Brandalarm herbeigerufene Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei massiv mit Feuerwerkskörpern beschossen wurden.

Polizei wertet Aufnahmen aus

Die Szenen seien von Beteiligten gefilmt und würden in den sozialen Medien kursieren, teilte die Agentur mit. Die Polizei Wolfsburg konnte die Authentizität der Aufnahmen bislang nicht eindeutig bestätigen. Man habe schon in der Nacht entsprechende Sequenzen in den sozialen Medien entdeckt, prüfe aber noch, ob sie tatsächlich den Tatort zeigen, sagte ein Sprecher.

Scharfe Kritik von Wolfsburger Oberbürgermeister

Zuvor hatte der Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) das Verhalten der Täter scharf kritisiert: Mohrs nannte es unfassbar, dass junge Leute erst fremdes Eigentum zerstören und dann Polizisten und Feuerwehrleute mit Böllern und Raketen attackieren. Entsetzt zeigte sich auch Carsten Feist (parteilos), Oberbürgermeister in Wilhelmshaven. Dort wurden in der Silvesternacht sechs Polizisten bei tätlichen Attacken verletzt. Gewalt gegen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sei nicht zu tolerieren, sagte Feist.

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Feuerwerksraketen auf Einsatzkräfte abgefeuert

In Wolfsburg waren die Einsatzkräfte auf dem Weg zu dem Brandalarm in dem Schulkomplex angegriffen worden. Bereits auf der Suche nach dem genauen Brandort seien die Beamten aus einer Gruppe von etwa 50 Menschen, die auf dem angrenzenden Marktplatz feierten, mit Böllern beworfen worden. Weil diese in einer "extrem lauten Detonation" abbrannten, geht die Polizei davon aus, dass es sich um illegale Feuerwerkskörper handelte. Ein weiterer Angriff erfolgte laut Polizei, als sich die Einsatzkräfte in dem Klassenraum aufhielten, von dem der Alarm ausging: Eine kleine Gruppe habe von außen durch die bereits zerstörten Fensterscheiben Raketen auf die Einsatzkräfte gestartet. Zudem sei auch Feuerwerksmunition, vermutlich aus Schreckschusswaffen, auf die Einsatzkräfte abgefeuert worden. Die Retter hatten Glück: Obwohl die Geschosse laut Polizei zwischen ihnen einschlugen, sei keiner verletzt worden.

Vier mutmaßliche Täter festgenommen

Erst nachdem Verstärkungen aus Braunschweig und Gifhorn anrückten, bekam die Polizei die Lage unter Kontrolle. Vier Personen im Alter von 18 bis 23 Jahren wurden als mutmaßliche Täter erkannt. Weil sie sich widersetzten, wurden ihnen Handfesseln angelegt. Bis die Silvesterfeierlichkeiten aufgelöst werden konnten, habe es drei Stunden gedauert. 31 Menschen erhielten Platzverweise. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall. Der Schaden wird auf mehr als 10.000 Euro geschätzt.

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Übergriffe auf Polizisten in Wilhelmshaven

In Wilhelmshaven kam es in der Silvesternacht zu zwei Übergriffen auf Polizisten, bei denen sechs Einsatzkräfte leicht verletzt wurden. Gegen Mitternacht eskalierte ein Einsatz vor einem Lokal. Dort bedrohte den Angaben zufolge ein Mann eine Frau mit einer Schusswaffe. Als die Beamten erschienen, habe der Mann die Waffe niedergelegt. In der Folge kamen aus dem Lokal mehrere Menschen und bedrängten die Beamten, hieß es. Die Lage eskalierte weiter, die Polizisten setzen daraufhin Pfefferspray und Schlagstock ein. Letztendlich habe die aufgebrachte Menge "nur mit Hilfe der Diensthunde" zurückgedrängt werden können, teilte ein Sprecher mit. Zwei Beamte wurden an der Hand verletzt, zwei weitere durch den Einsatz des Pfeffersprays. Wegen Bedrohung, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie tätlichen Angriff auf Polizeibeamte wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Frau schlägt Polizisten mit Dose auf Hinterkopf

Bei einem Einsatz wegen eines Streits in einer Wohnung wurden gegen 2 Uhr in Wilhelmshaven erneut Polizeibeamte attackiert. Den Angaben zufolge wurde ein Polizist von einer Frau mit einer Spraydose auf den Hinterkopf geschlagen, sein Kollege wurde von einem Hund gebissen. Außer einem Bluterguss hatte diese Attacke keine Folgen - die Lederjacke schützte den Beamten, so die Polizei.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 02.01.2020 | 19:30 Uhr

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