Stand: 22.07.2020 14:57 Uhr

Gutachten: Uni-Sanierungen kosten vier Milliarden

Die Fassade der Leibniz-Universität Hannover © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein
An den Hochschulen im Lande besteht großer Sanierungsbedarf. Auch an der Leibniz-Uni in Hannover.

Die angemessene Sanierung der niedersächsischen Hochschulen könnte mehrere Milliarden kosten. Das geht aus einem Gutachten der Landeshochschulkonferenz (LHK) hervor. Insgesamt belaufen sich die Kosten demnach auf 4,3 Milliarden Euro. Das berichtet das Politikjournal "Rundblick Niedersachsen" (Mittwoch) unter Berufung auf die noch unveröffentlichte Untersuchung. Ein sechsköpfiger Expertenrat aus Wissenschaftlern und Hochschulpraktikern benachbarter Bundesländer hatte demnach die hiesige Universitätslandschaft in den Blick genommen.

Bundesweites Phänomen?

Eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums sagte, es sei das Ziel, die jährlichen Investitionen zu erhöhen. Zu den für 2020 ursprünglich geplanten 156 Millionen Euro sollten über den Nachtragshaushalt 120 Millionen Euro für die energetische Sanierung hinzukommen. Der Sanierungsstau an Hochschulen sei ein bundesweites Phänomen.

Drei Unis brauchen allein fast 2,4 Milliarden Euro

Basis für das Gutachten sind Angaben der Hochschulen, wie sie selbst den Sanierungsbedarf einstufen. Die größten Beträge entfallen demnach auf die Uni Göttingen (872 Millionen), Uni Hannover (833 Millionen) und Uni Braunschweig (677 Millionen). Ohne Bestandserweiterungen ergebe sich allein für Sanierungen und Modernisierungen ein Gesamtbetrag von 3,1 Milliarden Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2020 | 15:00 Uhr

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