Stand: 14.03.2018 12:18 Uhr

Grippewelle fordert 32 Todesopfer

Die heftige Grippewelle hat in diesem Winter in Niedersachsen bisher mindestens 32 Todesopfer gefordert. Die meisten von ihnen waren nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Senioren. Allerdings sind unter den Opfern auch zwei Kleinkinder, sagte Behördensprecherin Dagmar Ziehm. Das Schlimmste scheint jedoch vorbei zu sein: "Es sieht so aus, als sei der Höhepunkt der Grippewelle überschritten", so Ziehm. Die Fälle von Influenza seien zuletzt innerhalb einer Woche um drei Prozent gesunken. Allerdings: Noch immer wird in fast der Hälfte aller Proben von Patienten mit typischen Influenza-Symptomen aus ausgewählten Arztpraxen das Virus nachgewiesen. Von einer Grippewelle wird gesprochen, wenn die Rate über 20 Prozent liegt.

Impfstoff hilft nicht

Das größte Problem bei der aktuellen Grippewelle: Der Großteil der Erkrankten - rund ein Drittel - infizierte sich mit dem Virustyp B der Yamagata-Linie. Vor ihm schützt allerdings die normale Impfung nicht: Wie auch in den vergangenen Jahren wurde den Ärzten der Dreifach-Impfstoff empfohlen. Er schützt gegen drei Virenstämme - der aktuelle Typ zählt jedoch nicht dazu. Nur der bisher nicht empfohlene Vierfach-Impfstoff kann hier helfen. Patienten können ihn aber nur umständlich beziehen. Viele Experten tadeln diese Praxis, darunter auch der Direktor der MHH-Klinik für Pneumologie, Tobias Welte. Er kritisiert, dass in diesem Winter wieder ein falscher Impfstoff empfohlen worden sei.

Entwarnung in Kitas

Doch das Abebben der Krankheitswelle scheint spürbar - auch in den Kindergärten in Niedersachsen. Hier fehlen laut Landesgesundheitsamt weniger Kinder: Der Krankenstand sank laut Behörde binnen einer Woche von 20,4 auf 17,8 Prozent. Allerdings liegt das immer noch über den Werten der letzten Jahre. Insgesamt registrierte das Landesgesundheitsamt seit Beginn der Influenza-Saison im Oktober über 11.523 laborbestätigte Grippefälle in Niedersachsen.

Weitere Informationen

Ratgeber Gesundheit

Aktuelle Informationen aus der Medizin - zu Krankheitsbildern, Therapien und Forschung. Das Themenportal rund um das Thema Gesundheit bei NDR.de. mehr

Schädigen Grippe-Viren das Gehirn?

Bei der Grippewelle im Norden kommt es relativ oft zu schweren Verläufen. Laut einer aktuellen Studie könnten Influenza-Viren auch das Gehirn angreifen. (06.03.2018) mehr

Grippe erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Bei einer Grippe-Infektion steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Besonders gefährlich sind laut einer Studie Influenza-Viren vom Typ B. (20.02.2018) mehr

Impf-Verwirrung: Geld für besseren Grippe-Schutz?

Vermeintlich zwingen Krankenkassen Ärzte, einen billigeren Grippe-Impfstoff zu verabreichen, während Patienten für einen besseren zahlen müssen. Die AOK sagt: Alles falsch. (26.09.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 13.03.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

08:28
Hallo Niedersachsen

Moorbrand in Meppen: Lage spitzt sich zu

19.09.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen